Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) fĂŒr das Jahr 2024
19.03.2025 - 09:39:02*Vorbemerkungen*
Die polizeiliche Kriminalstatistik wird auf Grundlage der bundeseinheitlichen "Richtlinien fĂŒr die FĂŒhrung der Polizeilichen Kriminalstatistik" erstellt. Erfasst werden hierbei die im Kalenderjahr von der Polizei an die Strafverfolgungsbehörden abgegebenen VorgĂ€nge (Ausgangsstatistik). Die AktualitĂ€t der PKS wird daher durch Straftaten mit langer Ermittlungsdauer (besonders ĂŒber den Jahreswechsel) gemindert.
*Allgemeines*
Im Berichtsjahr 2024 wurden fĂŒr den Bereich der Polizeiinspektion Harburg 13.641 Straftaten statistisch erfasst. Dies bedeutet einen Zuwachs von 369 Taten (+2,78 %) im Vergleich zum Jahr 2023. Die Entwicklung lĂ€uft entgegen den direktions- (-2,44%) und landesweiten (-4,33%) Trends. Innerhalb der Polizeidirektion LĂŒneburg verzeichnet die Polizeiinspektion Harburg den zweithöchsten prozentualen und absoluten Zuwachs an Fallzahlen. In der Langzeitbetrachtung ist erkennbar, dass sich die Fallzahlen fĂŒr das Jahr 2024 knapp oberhalb des zehnjĂ€hrigen Mittelwertes befinden.
Die AufklÀrungsquote hat um 0,97 Prozentpunkte zugenommen und liegt somit bei 62,14%.
*Angaben zu TatverdÀchtigen*
Im Berichtsjahr 2024 konnten im Bereich der Polizeiinspektion Harburg 6.461 TatverdĂ€chtige ermittelt werden. Dies bedeutet einen Zuwachs um 3,38% (+211). Ein starker Zuwachs ist im Altersbereich der Heranwachsenden (+4,28%) erkennbar. Dieses entspricht einer gegensĂ€tzlichen Entwicklung zum letzten Jahr. 2023 gab es bei den Heranwachsenden einen starken RĂŒckgang (-15,97%). Die Anzahl der Kinder (+0,74%) und der Jugendlichen (+0,68%) ist nahezu unverĂ€ndert geblieben.
Von den 6.461 ermittelten TatverdÀchtigen waren 4.204 deutsch und 2.257 nichtdeutsch. Dies macht eine prozentuale Verteilung von 65,07% zu 34,93% aus. Der Anstieg bei den deutschen TatverdÀchtigen fÀllt im Vergleich zu den nichtdeutschen TatverdÀchtigen prozentual stÀrker aus.
*Angaben zu GeschÀdigten*
Im Berichtsjahr 2024 sind in der Polizeiinspektion Harburg 3.651 Personen Opfer einer Straftat geworden und somit 534 mehr als im Vorjahr. Der Anstieg in absoluten Zahlen betrifft hauptsÀchlich die Altersgruppe der Erwachsenen. Den höchsten Anstieg haben die Jugendlichen mit 51,20%. Die höchsten Opferzahlen sind in dem Deliktsbereich Körperverletzung zu verzeichnen.
Die HÀufigkeitskennzahl in der Polizeiinspektion Harburg (Landkreis Harburg) betrÀgt im aktuellen Berichtsjahr 5.175 pro 100.000 Einwohner und liegt somit deutlich unter den Werten auf Direktionsebene (6.083) und auf Landesebene (6.485).
*Betrachtung der Hauptgruppen und ausgewÀhlter Deliktsbereiche*
*HG 0 - Straftaten gegen das Leben*
Von den 16 Straftaten gegen das Leben im Berichtsjahr 2024 handelt es sich in 8 FĂ€llen um Versuchstaten. Die 8 vollendeten Taten (2 Totschlag, 6 fahrlĂ€ssige Tötungen (Es handelt sich um 6 VerdachtsfĂ€lle im Bereich medizinischer MaĂnahmen, 2 mal Handeln durch Unterlassen)) liegen unterhalb des langfristigen Mittelwertes.
Die AufklÀrungsquote betrÀgt 87,50% und ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
*HG 1 - Sexualdelikte*
Im Berichtsjahr 2024 kam es in der Polizeiinspektion Harburg zu 398 Sexualdelikten und somit zu einem Anstieg von 8,74% (+ 32 Taten). Von den 398 Taten entfallen 217 Taten (ca. 55%) auf den Bereich "Verbreitung pornografischer Inhalte", insbesondere Verbreitung/Besitz von kinderpornografischen Inhalten. Zunahmen gab es zum Beispiel in den Deliktsbereichen sexueller Ăbergriff und sexuelle Nötigung von 16 auf 28 Taten. Im Deliktsbereich Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Ăbergriff einschlieĂlich mit Todesfolge gab es einen RĂŒckgang von 41,94% von 31 auf 18 Taten. Die AufklĂ€rungsquote betrĂ€gt in der Hauptgruppe 1 88,19% und ist damit zum letzten Jahr rĂŒcklĂ€ufig.
Im Bereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern gab es insgesamt einen Anstieg um 3 FĂ€lle auf insgesamt 41. Beim "Vollzug des Beischlafs mit einem Kind" kam es zu einer Steigerung um eine Tat (insgesamt 4 Taten).
Bei der Verbreitung pornographischer Inhalte ist ein RĂŒckgang von 4 auf 2 FĂ€lle zu verzeichnen. Im Bereich Verbreitung pornographischer Inhalte an Personen unter 18 Jahren ist ebenfalls ein RĂŒckgang zu verzeichnen (von 7 auf 2 FĂ€lle).
Der Bereich Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung von Kinderpornographie ist um 12,10% auf 176 FĂ€lle angestiegen.
Den höchsten prozentualen Anstieg (32,14%) gab es im Bereich Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung von Jugendpornographie mit 37 Taten. Im gesamten Deliktsfeld kam es insgesamt zu einem Anstieg von 10,71%.
Die TatverdÀchtigen teilen sich wie folgt in die Altersgruppen auf: Kinder (14,80%), Jugendliche (21,43%), Heranwachsende (8,16%) und Erwachsene (55,61%,).
Polizeidirektorin Julia Martens, Leiterin des Zentralen Kriminaldienstes, dazu: "Leider stellen wir immer wieder fest, dass MinderjĂ€hrige hĂ€ufig selbst zu Verbreitenden strafbarer Inhalte werden, weil sie leichtfertig intime Bilder anderer weiterleiten. Mindestens ebenso hĂ€ufig versenden minderjĂ€hrige Opfer intime Bilder von sich selbst, die in der Folge im Netz gegen den Willen der Erstellenden weiterverbreitet und nicht selten zu Erpressungszwecken genutzt werden. Was in beiden FĂ€llen als harmloser Austausch beginnt, kann schnell auĂer Kontrolle geraten und strafrechtliche Konsequenzen haben. PrĂ€vention und AufklĂ€rung sind entscheidend, um Kinder und Jugendliche fĂŒr die Risiken digitaler Kommunikation zu sensibilisieren."
*HG 2 - Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit*
Eine Steigerung um 10,17% (+243 Taten) im Vergleich zum Vorjahr liegt in der HG 2 "Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit" vor. Dies ist ein deutlicher Anstieg als noch vor einem Jahr. Die AufklÀrungsquote steigt leicht um 0,1%-Punkte auf 90,77%.
Bei den Raubdelikten gibt es leichte Verschiebungen innerhalb der Untergruppen und ĂŒbergreifend eine Zunahme um 21,51% (+20 Taten), insbesondere bei RaubĂŒberfĂ€llen in Wohnungen und RaubĂŒberfĂ€lle auf sonstige KassenrĂ€ume und GeschĂ€fte ist prozentual der höchste Anstieg zu verzeichnen.
Die Körperverletzungsdelikte sind von 1.468 auf 1.620 angestiegen (+10,35). Lediglich bei der fahrlĂ€ssigen Körperverletzung gab es einen RĂŒckgang von 70 auf 57 FĂ€lle (-18.57%).
Die Fallzahl "Entziehung MinderjĂ€hriger" hat sich mit 2 Taten im Vergleich zum Vorjahr halbiert. Bedrohungstaten sind von 517 auf 583 angestiegen. Stalking-FĂ€lle sind von 45 auf 37 zurĂŒckgegangen.
*HG 3/4 - Diebstahlsdelikte*
Bei den Diebstahlsdelikten ist mit -4,84% (-233 Taten) im Gegensatz zum letzten Jahr ein RĂŒckgang zu beobachten. Die AufklĂ€rungsquote liegt bei 32,36 % und ist damit leicht gesunken.
*Wohnungseinbruchdiebstahl / Tageswohnungseinbruch (WED/TWE)* Bei den WED/TWE-Taten kam es im Vergleich zum Vorjahr zu einer Steigerung um 9,24% (+47 Taten). Die erfassten 357 Taten liegen aber noch deutlich unter dem langjÀhrigen Mittelwert vor 2020. Der Versuchsanteil liegt bei 38,10% (136 Taten) und ist somit im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
Durch die Taten wurden Werte in Höhe von 968.191 Euro erlangt. Die AufklÀrungsquote liegt bei 9,24% und ist damit die niedrigste im 10 Jahresvergleich.
*Ladendiebstahl*
Bei den LadendiebstĂ€hlen ist es zu einem deutlichen RĂŒckgang um 18,56% (-196 Taten) gekommen. Die AufklĂ€rungsquote ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Ob die ĂberwachungsmaĂnahmen ihre Wirkung zeigen und vor einer Tatbegehung abschrecken, eine Gewöhnung an die hohen Lebensmittelpreise eingesetzt hat oder die Dunkelziffer gestiegen ist, kann nicht gesagt werden.
*Fahrraddiebstahl*
Die Fallzahlen bei den FahrraddiebstĂ€hlen (gesamt) erfahren einen starken RĂŒckgang um 266 Taten (-31,82%) auf 570 Taten. Die ist der zweit niedrigste Wert in den letzten 10 Jahren. Bedingt durch den mittlerweile hohen Anteil an E-Bikes, lĂ€sst sich vermuten, dass diese deutlich besser gesichert werden. Die Höhe der erlangten Werte belĂ€uft sich, ebenfalls bedingt durch immer hochwertigere FahrrĂ€der und den stetig steigenden Anteil an Pedelecs/E-Bikes, auf 832.215EUR. Die AufklĂ€rungsquote sinkt auf 12,98%.
*Taschendiebstahl*
Die TaschendiebstÀhle erfahren einen leichten Anstieg von 2,02 % auf insgesamt 202 Taten bei einer AufklÀrungsquote von 2,97%.
*Diebstahl an/aus/von KFZ*
Bei Diebstahl unter erschwerenden UmstĂ€nden gab es im Vergleich zum Vorjahr einen RĂŒckgang von 16 Taten (-20,51%). Die AufklĂ€rungsquote liegt bei 27,50% und ist damit im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Schadenssumme belĂ€uft sich auf 1.819.371 Euro, das entspricht einer durchschnittlichen Schadenshöhe von 29.345 Euro (nur vollendete Taten). Der Wert liegt ĂŒber dem Durchschnittswert auf Direktionsebene. TathĂ€ufungen lassen sich insbesondere bei den Fahrzeugen der Marke Hyundai Tucson und verschiedene Baureihen der Marke BMW erkennen. Weiter ist auffĂ€llig, dass die meisten entwendeten Fahrzeuge ein sogenanntes Keyless-Go-System haben.
Im Bereich "Diebstahl an/aus KFZ" gab es einen Anstieg von 86 Taten (+13,61%) im Vergleich zum Vorjahr. Die AufklĂ€rungsquote liegt bei 12,95% und ist somit leicht im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Tatbetroffen sind unter anderen Fahrzeugteile von PKW (Airbags, KĂŒhlergrill u.a.) aber auch im PKW zurĂŒckgelassene WertgegenstĂ€nde. Das PhĂ€nomen Ladungsdiebstahl ist im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken (-39,13%). So sind die Taten durch "Planenschlitzer" zum Beispiel von 34 auf 17 Taten gesunken.
*Geldausgabeautomaten*
FĂŒr das Berichtsjahr 2024 wurde in der Polizeiinspektion Harburg eine Sprengung von Geldausgabeautomaten statistisch erfasst. Hier war ein Geldautomat der Volksbank in Garstedt betroffen.
*HG 5 - Vermögens- und FÀlschungsdelikte*
Bei den Vermögens- und FÀlschungsdelikten gab es insgesamt einen Anstieg um 5,25% (100 Taten) auf 2.005 Taten. Den wesentlichsten Anteil an der Gesamtzahl haben die Betrugstaten in all ihren AusprÀgungen. Die AufklÀrungsquote ist gestiegen auf 73,52%.
*HG 6 - Sonstige StraftatbestÀnde (StGB)*
Bei den sonstigen StraftatbestÀnden (StGB) ist die Gesamtzahl zum letzten Jahr leicht gestiegen (+6,11%). In den Bereichen Erpressung und Widerstand gegen und tÀtlicher Angriff auf die Staatsgewalt und Straftaten gegen die öffentliche Ordnung sind Anstiege zu beobachten. Entgegen dem Vorjahr gab es einen deutlichen Anstieg im Bereich Sonstige Straftaten um 206 Taten (10,32%). Die AufklÀrungsquote ist leicht gesunken und liegt bei 60,52%.
*SachbeschÀdigungen*
Die SachbeschĂ€digungen sind insgesamt um 7,76% (99 Taten) gestiegen. 31,56% der SachbeschĂ€digungen konnten aufgeklĂ€rt werden. Die AufklĂ€rungsquote ist damit geringfĂŒgig rĂŒcklĂ€ufig.
*HG 7 - strafrechtliche Nebengesetze*
Bei den Straftaten nach den strafrechtlichen Nebengesetzen gab es einen Anstieg um 5,20% (53 Taten) auf 1.073 Taten. Den gröĂten Anstieg gab es bei Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze auf dem Wirtschaftssektor um 23,40 % (11 Taten). Auch bei den Rauschgiftdelikten gab es einen Anstieg um 5,19 % (31 Taten). Die AufklĂ€rungsquote ist auf 92,26% gesunken.
*Rauschgiftdelikte*
Bei den Btm-Delikten sind die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 5,19% (31Taten) gestiegen. Lediglich bei dem unerlaubten Handel mit und Schmuggel von Rauschgiften gab es einen RĂŒckgang von -45,68% (-37 Taten). In allen anderen Untergruppen gab es Anstiege. Dazu gekommen sind 52 FĂ€lle nach dem neuen KCanG. Die AufklĂ€rungsquote liegt bei 93,63% und ist damit gesunken. Im Bereich der Polizeiinspektion Harburg kamen 2024 zwei Menschen im Zusammenhang mit Drogen ums Leben (Rauschgift-TodesfĂ€lle).
*Straftaten mit Stichwaffen*
Im Berichtsjahr 2024 kam es in 131 FĂ€llen zu einem Einsatz einer Stichwaffe. Dies war ausschlieĂlich das Tatmittel Messer und ĂŒberwiegend bei Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (Raub/rĂ€uberische Erpressung, gefĂ€hrliche Körperverletzung, Bedrohung) und Straftaten gegen das Leben (5 Taten). Insgesamt liegt eine Zunahme von 31 Taten im Vergleich zum Vorjahr vor.
PolizeiprĂ€sident Thomas Ring dazu: "Insgesamt nehmen Messerangriffe in Niedersachsen wie auch in anderen Teilen der Bundesrepublik zu. Auch in unserem ZustĂ€ndigkeitsgebiet ist ein Anstieg zu erkennen, der Ă€uĂerst besorgniserregend ist. Die oberste PrioritĂ€t der Polizei ist es, die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger bestmöglich davor zu schĂŒtzen. Daher gehen wir mit allen uns zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln gegen diese Entwicklung vor."
*Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte*
Im Berichtsjahr 2024 kam es in 91 FĂ€llen zu Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte. Dabei wurden 205 (140 mĂ€nnlich, 65 weiblich) PVB zum Opfer. 40 PVB wurden leicht verletzt. Ein PVB wurde schwer verletzt. Dem Kollegen wurde bei einem Widerstand die Fingerkuppe abgebissen. Insbesondere bei den MaĂnahmen IdentitĂ€tsfeststellung / SachverhaltsklĂ€rung und Festnahme / Ingewahrsamnahme kam es zur Gewalt gegen PVB. In der Polizeiinspektion Harburg kam es durch das "HerbeifĂŒhren einer Sprengstoffexplosion" (Ausbringen von Brandbeschleuniger in einer FlĂŒchtlingsunterkunft) zu einem weiteren schwerverletzen Polizeivollzugsbeamten. Dazu Martens: "Wir beobachten mit groĂer Sorge, dass die Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -Beamte sowie RettungskrĂ€fte an IntensitĂ€t zunimmt. Angriffe auf diejenigen, die tĂ€glich fĂŒr die Sicherheit und Gesundheit der Gesellschaft im Einsatz sind, sind absolut inakzeptabel. Jede Tat muss konsequent zur Anzeige gebracht und verfolgt werden - nur so können wir ein klares Zeichen setzen, dass Gewalt gegen EinsatzkrĂ€fte nicht toleriert wird."
*HĂ€usliche Gewalt*
Im Berichtsjahr 2024 kam es in der Polizeiinspektion Harburg zu insgesamt 757 FĂ€llen der hĂ€uslichen Gewalt. Dabei handelte es sich in 219 FĂ€llen um familiĂ€re Gewalt, in 456 FĂ€llen um partnerschaftliche Gewalt (in Summe 661 FĂ€lle, da ein Fall auch beide Kriterien erfĂŒllen kann) und in 96 FĂ€llen um niederschwellige Massendelikte (kein Opferdelikt, Auswertungsmerker "hĂ€usliche Gewalt" gesetzt).
Obwohl die Beleidigung im Jahr 2024 erstmalig als Opferdelikt erfasst wird, findet sie sich bei der hÀuslichen Gewalt noch bei den niederschwelligen Massendelikten wieder (15 Taten). Es gab insgesamt 720 Opfer (mit direktem Bezug zur hÀuslichen Gewalt). Davon 233 mÀnnlich und 487 weiblich. 120 Opfer waren minderjÀhrig, 600 mindestens 18 Jahre alt.
Bei den Opfern handelte es sich 319-mal um den Ehepartner/Partner, 138-mal um den ehemaligen Partner, 105-mal um die Kinder und 70-mal um die Eltern (AufzĂ€hlung nicht abschlieĂend). Im Vergleich zum Vorjahr liegt eine Steigerung um 71 FĂ€lle vor. Die Anzahl der Opfer hat um 96 zugenommen. Ein langjĂ€hriger Vergleich ist auf Grund von VerĂ€nderungen in der Erfassungsweise nicht möglich.
*JugendkriminalitÀt*
Im Berichtsjahr 2024 waren von den 6.461 ermittelten TatverdÀchtigen 868 minderjÀhrig. Das entspricht einem Anteil von 13,44%. Weitere 439 (6,79%) zÀhlen zur Altersgruppe der Heranwachsenden. Im Jahr 2023 lag der Anteil der MinderjÀhrigen bei 13,80% und bei den Heranwachsenden bei 6,74%. Jugendliche TatverdÀchtige haben insbesondere bei den Diebstahlsdelikten und bei den Rohheitsdelikten einen erhöhten Anteil.
*InternetkriminalitÀt / ComputerkriminalitÀt (Cybercrime)*
Die Taten mit "Tatmittel Internet" haben insgesamt um -7,15% (-60 Taten) abgenommen. Die Zunahmen in der Hauptgruppe 1 liegen nahezu ausschlieĂlich im Bereich "Verbreitung pornografischer Inhalte". In der Hauptgruppe 5 ist der gröĂte RĂŒckgang mit -120 Taten zu beobachten. Die AufklĂ€rungsquote ist im Vergleich zum Vorjahr auf 87,29% gestiegen. Damit ist die AufklĂ€rungsquote das vierte Jahr in Folge gestiegen.
Unter der ComputerkriminalitĂ€t sind in einem SummenschlĂŒssel (PKS 8970) die Deliktsfelder Betrug mittels rechtswidrig erlangter Debitkarten mit PIN, Betrug mit Zugangsberechtigung zu Kommunikationsdiensten/FĂ€lschung beweiserheblicher Daten, TĂ€uschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung, DatenverĂ€nderung/Computersabotage, AusspĂ€hen/Abfangen von Daten einschl. Vorbereitungshandlungen und Softwarepiraterie mittels privater Anwendungen und in Form gewerbsmĂ€Ăigen Handelns zusammengefasst. Die Fallzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr um 15,38% (24 Taten) gestiegen. Die AufklĂ€rungsquote ist leicht um -1,12% auf 46,96% gesunken.
*PhÀnomenbetrachtung Callcenter-Betrug*
Bei der PhĂ€nomenbetrachtung Callcenter-Betrug fĂ€llt auf, dass die Taten weiter rĂŒcklĂ€ufig sind. Der Anzahl von 6 Versuchstaten liegen 14 vollendete Taten gegenĂŒber. Der entstandene Schaden lag 2024 bei 27.704EUR und damit deutlich unter dem Wert im Vorjahr (84.364EUR im Jahr 2023).
*Straftaten durch / gegen GeflĂŒchtete*
Im Jahr 2024 kam es in der Polizeiinspektion Harburg zu 132 Straftaten gegen FlĂŒchtlinge, 853 durch FlĂŒchtlinge und 270 unter FlĂŒchtlingen (alles ohne auslĂ€nderrechtliche VerstöĂe). Die Straftaten gegen FlĂŒchtlinge sind im Vergleich zum Vorjahr um 17 Taten (14,78%) gestiegen, die durch FlĂŒchtlinge begangenen Straftaten haben um 10 Taten (+1,19%) zugenommen (insbesondere Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit).
AbschlieĂend stellt Martens fest: "Hinter jeder dieser Zahlen steckt das Schicksal der Betroffenen, die einen empfindlichen Eingriff in ihr Sicherheitsempfinden erleben mussten. Unser Antrieb wird weiterhin sein, bekannte FĂ€lle mit groĂem Engagement zu verfolgen und im Rahmen der PrĂ€vention dort zu helfen, wo wir die Opferwerdung vermeiden können."
Kontakt fĂŒr Medienanfragen:
Polizeiinspektion Harburg
Polizeihauptkommissar
Jan KrĂŒger
Telefon: 0 41 81 / 285 - 104, Fax -150
Mobil: 0 160 / 972 710 15 od. -19
E-Mail: [email protected]
www.pi-wl.polizei-nds.de
Original-Content von: Polizeiinspektion Harburg ĂŒbermittelt durch news aktuell


