Zehntausende Menschen in Syrien weiterhin vermisst
11.08.2025 - 00:00:00
FĂŒr das gewaltsame Verschwinden von mehr als 160.000 davon sei das Assad-Regime verantwortlich, sagte die Dokumentarin des Syrischen Netzwerk fĂŒr Menschenrechte (SNHR), Nour Khatib, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" in Damaskus.
Nach dem Ende der Gewaltherrschaft seien rund 24.200 Menschen aus den berĂŒchtigten GefĂ€ngnissen des Regimes freigekommen. Es sei zunehmend unwahrscheinlich, dass unter den verbliebenen Vermissten noch Ăberlebende seien.
"Wenn es ĂŒberhaupt noch Hoffnung gibt, dann schwindet sie von Tag zu Tag." Von den Vermissten sei die ĂŒberwiegende Zahl nach Beginn des Volksaufstands 2011 verschwunden, sagte Khatib. Es gebe aber auch jahrzehntealte FĂ€lle, deren Schicksal trotz des Sturzes des Regimes nicht aufgeklĂ€rt wurde. Das AusmaĂ der Problematik sei immer noch schwer abzuschĂ€tzen. "Es wird Jahre dauern, bis wir die Daten aller Opfer kennen." Das Assad-Regime habe die Existenz von Gefangenen geleugnet, Dokumente vernichtet, Menschen ohne Verfahren hingerichtet und heimlich verscharrt. Das mache die AufklĂ€rung einzelner Schicksale extrem schwierig.


