Patientenakte, HausÀrzte

Patientenakte: HausÀrzte fordern mehr Informationskampagnen

22.07.2025 - 00:00:00

Angesichts der bislang geringen Zahlen aktiver Nutzer der elektronischen Patientenakte (ePA) hat der HausÀrzteverband die Krankenkassen aufgefordert, Patienten besser aufzuklÀren.

"Der ePA fĂŒr alle droht eine Bruchlandung. Die Zahl der aktiven Nutzer ist ernĂŒchternd. Wenn die Verantwortlichen weiter machen wie bisher, dann wird eines der wichtigsten versorgungspolitischen Projekte der letzten Jahre langsam, aber sicher scheitern", sagte der Bundesvorsitzende des HausĂ€rzteverbandes, Markus Beier, der "Rheinischen Post" (Dienstag). FĂŒr Patienten wĂ€re das eine schlechte Nachricht, "denn eine gut umgesetzte ePA hĂ€tte zweifellos das Potenzial, die Versorgung spĂŒrbar zu verbessern und zu vereinfachen", so Beier.

Die elektronische Patientenakte sei in ihrer aktuellen Form "schlichtweg nicht alltagstauglich", sagte der HausĂ€rzte-Chef und verwies etwa auf einen komplizierten Registrierungsprozess und störanfĂ€llige Technik. Es vergehe kaum eine Woche, in der die Praxen keine Probleme mit dem Zugriff auf die ePA hĂ€tten. Beier rief die Krankenkassen dazu auf, Patienten besser aufzuklĂ€ren. "Notwendig wĂ€re eigentlich eine große und koordinierte Informationskampagne gewesen. Stattdessen haben die Krankenkassen sich darauf beschrĂ€nkt, vereinzelt Briefe mit allgemeinen Informationen zu versenden", kritisierte Beier. "Anders gesagt: Sie legen bei der AufklĂ€rung ihrer Versicherten die HĂ€nde in den Schoß." Die Folge sehe man in den Praxen, die meisten Patienten hĂ€tten bisher kaum etwas von der ePA mitbekommen, geschweige denn sich mit ihr beschĂ€ftigt, so Beier. "Die Krankenkassen sind aufgefordert, ihre riesigen Verwaltungsbudgets dafĂŒr zu nutzen, endlich eine vernĂŒnftige AufklĂ€rung ihrer Versicherten sicherzustellen", sagte er.

@ dts-nachrichtenagentur.de