Ministerium will Finanzierung von unabhÀngiger Asylberatung stoppen
14.03.2026 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deDie betroffene Arbeiterwohlfahrt (AWO) ĂŒbte scharfe Kritik. Der Schritt sei "ein schwerer politischer Fehler", sagte der PrĂ€sident des AWO-Bundesverbandes, Michael GroĂ, den Zeitungen. "Nach all den Angriffen auf das Recht auf Asyl wird nun auch noch aktiv die Zivilgesellschaft aus der UnterstĂŒtzung GeflĂŒchteter zurĂŒckgedrĂ€ngt."
Haushaltsauschuss-Mitglied Leon Eckert (GrĂŒne) bestĂ€tigte die Information ĂŒber den Finanzierungsstopp der Asylberatungen. "Das Innenministerium beruft sich in seiner Entscheidung auf angebliche SparzwĂ€nge im Einzelplan sowie ein Evaluierungsergebnis, das es gleichzeitig unter Verschluss hĂ€lt", sagte Eckert.
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) setze mit dem Schritt "seinen migrationspolitischen und humanitĂ€ren Blindflug fort". Es wĂŒrde ein Verfahren beendet, das die Rechte und Bedarfe von Schutzsuchenden stĂ€rke und das Bamf entlaste, so Eckert.
Pro Asyl zeigt sich schockiert. "UnabhĂ€ngige Asylverfahrensberatung ist kein Luxus, sondern eine zentrale rechtsstaatliche Absicherung im Asylverfahren", sagte GeschĂ€ftsfĂŒhrer Karl Kopp dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". In einem hochkomplexen Verfahren brĂ€uchten Schutzsuchende Orientierung, die unabhĂ€ngig von der Behörde ist, die ĂŒber ihr Schicksal entscheidet.
Das Innenministerium wollte das forcierte Finanzierungs-Aus nicht bestĂ€tigen. "Entscheidungen ĂŒber Mittelvergaben finden im Rahmen der Haushaltsverhandlungen statt", erklĂ€rte ein Sprecher auf Anfrage. Die Haushaltsberatungen fĂŒr das Jahr 2027 stĂŒnden erst noch bevor.

