DAV, PlÀne

DAV kritisiert PlÀne zur Ausweisung von Terrorsympathisanten

27.06.2024 - 00:00:00

Der Deutsche Anwaltverein (DAV) hat den am Mittwoch vom Kabinett gebilligten Gesetzentwurf zur Ausweisung von AuslÀndern, die in digitalen Netzwerken einmalig Sympathie zu Terrorakten oder Àhnlichen Straftaten gezeigt haben, scharf kritisiert.

"Das Gesetz ist populistisch", sagte der Vorsitzende des GeschĂ€ftsfĂŒhrenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Migrationsrecht im DAV, Thomas OberhĂ€user, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Die behauptete Lösung wird der KomplexitĂ€t menschlichen Lebens nicht im Ansatz gerecht. Denn nicht jeder, der irgendetwas liked, muss mit dem gesamten Inhalt einverstanden sein. Die sozialen Medien sind vielmehr prĂ€destiniert dafĂŒr, dass man viel zu schnell etwas Ă€ußert. Das ist nicht alles reflektiert."

An solche, vielleicht einmalige Äußerungen das ganze Leben eines Menschen zu knĂŒpfen, gehe zu weit. "Stellen Sie sich einen Mann vor, dessen Familie im Gazastreifen lebt und dort nicht rauskommt", fĂŒgte OberhĂ€user hinzu. "Dass so ein Mann auf die Zerstörungen dort nicht gelassen und abgewogen reagiert, ist doch klar. Es ist im Übrigen ein Gebot unserer Verfassung, dass der Gesetzgeber auch bei unliebsamem Verhalten des Einzelnen verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig agiert. Und nicht alles, was als Signal an die Bevölkerung gemeint ist, sollte ins Gesetz kommen."

@ dts-nachrichtenagentur.de