MilitÀr

Neuer Wehrdienst: Breuer will alle jungen MĂ€nner mustern lassen

03.11.2025 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, hat bekrĂ€ftigt, dass er eine Musterung aller jungen MĂ€nner fĂŒr unabdingbar hĂ€lt, um Deutschland verteidigungsfĂ€hig zu machen.

Bundeswehr-Soldaten (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Bundeswehr-Soldaten (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Damit tritt er der Idee von UnterhĂ€ndlern aus den Bundestagsfraktionen von Union und SPD entgegen, wonach man ĂŒber die zu Musternden per Los entscheiden könne. "Aus militĂ€rischer Sicht ist es entscheidend, dass jeweils der gesamte Jahrgang gemustert wird", sagte Deutschlands oberster Soldat dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Nur so wissen wir, wer zur VerfĂŒgung steht und auf wen wir im Verteidigungsfall, den wir verhindern wollen, zugreifen könnten. Das verschafft uns die personellen Reserven und die FlexibilitĂ€t, die wir brauchen."

Erst nachzumustern, wenn es darauf ankommt, wĂŒrde in einer Krisensituation zu lange dauern. Breuer sagte, dass heute niemand mit Gewissheit sagen könne, wie die Bedrohungslage in den nĂ€chsten Jahren aussehe. Deshalb sei "ein verlĂ€ssliches Aufwuchspotenzial" unerlĂ€sslich - "also die Möglichkeit, unsere Truppen bei Bedarf schnell zu verstĂ€rken". Zu einem möglichen Losverfahren vor der Musterung sagte Breuer: "Wir sollten uns in unseren Handlungsmöglichkeiten nicht selbst einschrĂ€nken." Die Möglichkeit eines Losverfahrens nach der Musterung mit dem Ziel, aus dem Pool der Tauglichen die erforderliche Zahl der Rekruten zu gewinnen, wenn sich freiwillig nicht genug melden, kommentierte er mit den Worten: "Ein Modell, wonach diejenigen zuerst einberufen werden, die besonders qualifiziert und motiviert sind, birgt fĂŒr die militĂ€rische Ausbildung entscheidende Vorteile." Dabei stellte Breuer klar: "Wir setzen in erster Linie auf Freiwilligkeit. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass wir einen Wehrdienst haben, der sinnstiftend und attraktiv ist. Jedem Wehrdienstleistenden soll die Sinnhaftigkeit seines Dienstes bewusst sein. Die jungen MĂ€nner und Frauen sollen aus ihrer Ausbildung positive Erfahrungen mit ihrer Zeit bei der Bundeswehr verbinden. Die Ausbildung muss sinnvoll und fordernd sein." Erst wenn die Zahl der Freiwilligen nicht ausreiche und eine verpflichtende Einberufung durch Kabinett und Bundestag beschlossen werde, "wĂŒrden wir diejenigen heranziehen, die besonders qualifiziert und motiviert sind. Dabei orientieren wir uns am jeweiligen Bedarf. Wenn wir zum Beispiel zu einem bestimmten Zeitpunkt besonders IT-Spezialisten benötigen, wĂŒrden wir gezielt auf diese zugehen - und nicht nach dem Zufallsprinzip Personal heranziehen, welches dann mit viel mehr Aufwand ausgebildet werden mĂŒsste." Die Bundeswehr braucht nach eigenen Angaben 260.000 statt wie derzeit 180.000 aktive Soldaten sowie 200.000 Reservisten, um den Anforderungen der Nato gerecht werden zu können.

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