Klimaforscher Latif hĂ€lt Super-El-Nino ab Herbst fĂŒr möglich
30.03.2026 - 09:12:31 | dts-nachrichtenagentur.deEin El Nino ist verbunden mit einer AbschwĂ€chung der westwĂ€rts blasenden Passatwinde. Das fĂŒhrt dazu, dass weniger kaltes Wasser vor der KĂŒste SĂŒdamerikas aufsteigen kann. Dort staut sich die WĂ€rme, die Wassertemperatur an der MeeresoberflĂ€che steigt, und mit ihr die Verdunstung. Die Folge sind oftmals heftige NiederschlĂ€ge in Peru, Mexiko oder Kalifornien. Im Westpazifik dagegen bleiben RegenfĂ€lle aus, vorwiegend in Indonesien und Australien.
"In diesem Jahr entwickelt es sich wie nach Lehrbuch", sagte Latif. Es begann mit den charakteristischen SchĂŒben von Westwinden im Westpazifik, die dem Passat entgegenwirken und ihn so ausbremsen. Vor der KĂŒste Perus zeigt sich bereits die fĂŒr einen El Nino typische Anomalie: Die Meerestemperaturen sind merklich gestiegen. Es gebe aber noch Unsicherheiten. Im Jahr 2014 hatten Experten ebenfalls einen starken El-Nino vorhergesagt, der dann aber erst ein Jahr spĂ€ter kam.
Im nĂ€chsten Winter könnten auch Fernwirkungen in Europa spĂŒrbar sein. "Mit etwas Verzögerung breiten sich atmosphĂ€rische Wellen bis zu uns aus", sagte Tim Hempel, der sich beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach mit saisonaler Wettervorhersage befasst. Im Falle eines ausgeprĂ€gten El Ninos rechne er im SpĂ€twinter 2027 mit starken arktischen KĂ€lteeinbrĂŒchen.

