MilitÀrexperte, Masala

MilitĂ€rexperte Masala hĂ€lt KĂŒrzung der Ukraine-Hilfe fĂŒr riskant

17.08.2024 - 17:22:27

Der MilitĂ€rexperte Carlo Masala, Professor fĂŒr Internationale Politik an der UniversitĂ€t der Bundeswehr MĂŒnchen, hĂ€lt die Absicht der Ampel-Koalition, keine neuen Waffenlieferungen an die Ukraine aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren, fĂŒr strategisch unklug.

"Der Deutsche Bundestag hat es in der Hand, das Ganze zu verhindern", sagte er am Samstag dem "Tagesspiegel". Die Bundesregierung will fĂŒr die Ukraine einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) zufolge keine neuen Hilfszahlungen bereitstellen. Allerdings soll das Geld nicht ersatzlos gestrichen werden.

Stattdessen sollen kĂŒnftig eingefrorene russische Vermögenswerte in Höhe von 50 Milliarden Dollar fĂŒr die Waffenhilfe genutzt werden. Die Bundesregierung arbeite daran im Kreis der G7-Staaten und der EU. Zwar sei es grundsĂ€tzlich ein gangbarer Weg, die Zinsen, die auf eingefrorenes Vermögen anfallen, der Ukraine fĂŒr WaffenkĂ€ufe zu VerfĂŒgung zu stellen, sagte Masala. "Aber wir haben gesehen, dass dieser Beschluss zur Nutzung russischer Vermögen schon lange gefallen und bisher wenig passiert ist." Masala befĂŒrchtet daher, dass das Wegfallen von UnterstĂŒtzung aus dem Bundeshaushalt nicht kompensiert werden kann. "Wenn die Hilfe gekĂŒrzt wird und weiterhin von den in der EU eingefrorenen Vermögenswerten reicher Oligarchen kaum etwas an die Ukraine fließt, dann bedeutet das natĂŒrlich, dass die Ukraine kĂŒnftig weniger Waffen hat beziehungsweise weniger Waffen kaufen kann." Das wĂŒrde sich auf die Kampfkraft der ukrainischen StreitkrĂ€fte auswirken. In den vergangenen Jahren sei es immer wieder so gewesen, dass ursprĂŒnglich wenig Hilfe fĂŒr die Ukraine geplant gewesen sei, dann aber wĂ€hrend eines laufenden Haushaltsjahres "irgendwie noch Mittel dafĂŒr zusammengekratzt worden sind". Das könne auch im nĂ€chsten Haushaltsjahr passieren - "sicher ist das aber nicht". Daher hĂ€lt Masala die neue Linie fĂŒr falsch: "Das große Problem mit diesem Beschluss ist: Selbst wenn am Ende darĂŒber hinaus Gelder fĂŒr MilitĂ€rhilfe zusammen gekratzt werden - er nimmt der Ukraine, dem Bundesverteidigungsministerium und den RĂŒstungsfirmen die Planbarkeit. Und welche Folgen politisches Zögern im Krieg gegen Russland hat, haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder gesehen."

@ dts-nachrichtenagentur.de