Libanon, Terrorismus

Bericht: Mutmaßlicher CSD-AttentĂ€ter kritisierte Haftbedingungen

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 11:37 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Der mutmaßliche CSD-AttentĂ€ter soll im Sommer 2025 im GefĂ€ngnis im Libanon von Mitarbeitern der deutschen Botschaft in Beirut besucht worden sein.

Bericht: Mutmaßlicher CSD-AttentĂ€ter kritisierte Haftbedingungen
Tatort nach Todesfahrt beim CSD am 26.07.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf einen internen Behördenvermerk. Auch ein Verbindungsbeamter des Bundeskriminalamts soll demnach bei dem Besuch in Untersuchungshaft dabei gewesen sein.

Der TatverdĂ€chtige bestritt damals TerrorplĂ€ne. Er habe nur "Bewunderung und Empathie" fĂŒr den "Islamischen Staat" (IS). Ähnlich soll er sich spĂ€ter vor einem MilitĂ€rgericht geĂ€ußert haben. Er habe die Videos der Terrormiliz nur aus Interesse angeschaut und "Mitleid" mit deren KĂ€mpfern gehabt, heißt es in dem Bericht.

Der mutmaßliche CSD-AttentĂ€ter beklagte sich laut der Unterlagen auch ĂŒber die "schlimmen" Haftbedingungen im Libanon: Er sitze mit anderen Gefangenen in einer sechs Quadratmeter kleinen Zelle und könne nur alle vier Tage duschen und die Kleidung wechseln. Das Essen habe er mehrfach verweigert.

Im Oktober 2025 verurteilte ihn das libanesische MilitĂ€rgericht zu drei Monaten GefĂ€ngnis wegen "Anstiftung zu religiösen Konflikten". Auch bei der Verhandlung soll laut "Spiegel" eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft dabei gewesen sein. Zuvor hatte demnach offenbar eine deutlich höhere Haftstrafe von drei bis fĂŒnf Jahren wegen "Terrorismusfinanzierung" im Raum gestanden. So sei es der deutschen Auslandsvertretung in Beirut mitgeteilt worden.

Der spĂ€tere TatverdĂ€chtige kam auf freien Fuß. Laut "Spiegel" brachte ihn sein Vater aus dem Libanon zurĂŒck nach Berlin. Dort nahmen ihn Polizisten im November 2025 am Flughafen fest. Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte ihn spĂ€ter zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten zur "VorbewĂ€hrung".

Am vergangenen Samstag soll der VerdĂ€chtigte einen Van angemietet haben und im Großen Tiergarten in eine Menschenmenge am Rande des CSD gefahren sein. Eine Frau starb, 31 weitere Menschen wurden verletzt. Dass der VerdĂ€chtigte der TĂ€ter war, gilt laut Behörden inzwischen als gesichert. Im Auto sollen die Ermittler Spuren seiner DNA und sein Handy gefunden haben. Darauf soll sich ein Video mit einem Treueschwur auf den IS befunden haben.

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