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Landkreistag verlangt umfassende Reform des Sozialstaats

18.12.2025 - 11:28:48

Der PrÀsident des Deutschen Landkreistags, Achim Brötel (CDU), hat Bund und LÀnder zu einer umfassenden Sozialstaatsreform aufgefordert.

"Mehr als 500 einzelne Sozialleistungen allein auf der Ebene des Bundes - so etwas geht einfach nicht mehr, nicht in guten Zeiten, erst recht aber nicht in wirtschaftlich schlechteren", sagte er der "Welt". Es dĂŒrfe deshalb "weder Denkverbote noch Tabus geben, wenn es um Kosteneinsparungen und Strukturkorrekturen geht". Zur BegrĂŒndung verwies Brötel auf die enormen Kosten, die die von Bund und LĂ€ndern zu verantwortenden Sozialstaatsausgaben fĂŒr die StĂ€dte, Gemeinden und Landkreise bedeuten.

"Wer meint, sich einen Sozialstaat in seiner jetzigen AusprĂ€gung noch leisten zu können, muss auch die notwendigen finanziellen Mittel dafĂŒr zur VerfĂŒgung stellen. Dass der eine die RechtsansprĂŒche munter ausweitet, wĂ€hrend andere sie bezahlen sollen, funktioniert nicht. Wenn wir uns diesen Sozialstaat nicht mehr leisten können, mĂŒssen wir ehrlicherweise drangehen, ihn wieder auf ein bezahlbares Maß zurĂŒckzufĂŒhren." Der LandkreistagsprĂ€sident bezifferte das aktuelle Defizit der Kommunen auf mehr als 30 Milliarden Euro mit weiter steigender Tendenz. "Es kann nicht sein, dass uns die Kosten weiter davonlaufen. Diese Ausgabendynamik muss deshalb als Erstes gebrochen und auf Sicht wieder umgekehrt werden. Aktuelle Zuwachsraten von mehr als zehn Prozent pro Jahr hĂ€lt kein kommunaler Haushalt aus." Unter anderem spricht sich Brötel in dem Interview dafĂŒr aus, soziale Leistungen auf wirklich BedĂŒrftige zu konzentrieren und den kommunalen Anteil an der Umsatzsteuer "mindestens zu verdreifachen".

@ dts-nachrichtenagentur.de