StÀdte, Gemeinde

StĂ€dte und Gemeinde halten Trinkwasserbrunnen fĂŒr schwer schĂŒtzbar

17.08.2024 - 00:00:00

Der StĂ€dte- und Gemeindebund sieht Deutschland beim Schutz kritischer Infrastrukturen wie der Wasserversorgung grundsĂ€tzlich gut aufgestellt, hĂ€lt aber eine Sicherheitsgarantie fĂŒr nicht möglich.

Es mĂŒsse klar sein, dass es trotz bestmöglicher Konzepte keinen absoluten Schutz geben könne, sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer AndrĂ© Berghegger dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Samstagausgaben). "So existieren in Deutschland allein mehr als 15.000 Trinkwassergewinnungsanlagen, darunter mehr als 80 Talsperren. Ein vollstĂ€ndiger Schutz vor Attacken ist unmöglich und kann im Einzelfall auch unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig sein", sagte Berghegger.

"Wir können nicht neben jeden Trinkwasserbrunnen einen Polizisten stellen." Bei SchĂ€den durch Wetterereignisse oder Sabotage griffen aber die Kontrollkonzepte. "Das Trinkwasser in Deutschland wird engmaschig kontrolliert, im Falle von AuffĂ€lligkeiten wird die Bevölkerung schnell und effizient informiert. FĂŒr derartige Ereignisse haben die Kommunen detaillierte NotfallplĂ€ne erstellt." Die DezentralitĂ€t des Landes sei eine StĂ€rke. "Kommunen und kommunale Unternehmen kennen die Bedingungen vor Ort sehr genau und haben ĂŒber Jahre und Jahrzehnte hinweg funktionierende Schutzkonzepte erarbeitet", betonte Berghegger. Der Deutsche StĂ€dtetag mahnte unterdessen einen besseren Schutz kritischer Infrastruktur in Deutschland an. "Die StĂ€dte sind dafĂŒr sensibilisiert und betreiben Vorsorge", sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Helmut Dedy dem RND. Dazu gehörten beispielsweise zusĂ€tzliche SicherheitszĂ€une, Wachschutz und das Schulen von Mitarbeitern. Die Betreiber kritischer Infrastrukturen mĂŒssten mehr Eigenverantwortung ĂŒbernehmen, sagte Dedy. "Denn die Feuerwehren werden definitiv nicht fĂŒr alle KrankenhĂ€user, Pflegeeinrichtungen, Energieversorger oder Wasserbetriebe Notstromaggregate zur VerfĂŒgung stellen können." Neben den Kommunen mĂŒssten auch Bund und LĂ€nder mehr Verantwortung fĂŒr die Sensibilisierung und die SelbsthilfefĂ€higkeit der Bevölkerung ĂŒbernehmen. Eine Politik der Zeitenwende bedeute außerdem, "den Bevölkerungsschutz im Landesinnern umfassend zu stĂ€rken und den Ausbau der Strukturen auch finanziell zu unterstĂŒtzen", sagte Dedy. "Gerade bei grĂ¶ĂŸeren Katastrophen oder AusfĂ€llen mĂŒssen die AblĂ€ufe und Informationsketten klar sein."

@ dts-nachrichtenagentur.de