TK-Chef, PrimÀrarztsystem

TK-Chef begrĂŒĂŸt PrimĂ€rarztsystem der neuen Koalition

22.04.2025 - 06:00:00

Der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, begrĂŒĂŸt die PlĂ€ne der neuen Koalition, ein PrimĂ€rarztsystem in Deutschland einzufĂŒhren.

Dieses sieht vor, dass Patienten kĂŒnftig nur noch mit Überweisung vom Hausarzt zum Facharzt gehen können. "Ich halte das grundsĂ€tzlich fĂŒr sehr sinnvoll, wenn es gut gemacht wird", sagte Baas der "Welt". "Eines der Probleme, die wir im deutschen Gesundheitssystem haben, ist, dass der Weg in die Versorgung unkoordiniert erfolgt. Ein klassisches Beispiel dafĂŒr sind Kopfschmerzen. Da könnte ich beispielsweise zum Neurologen, zum HNO-Arzt, zum Augenarzt, zum OrthopĂ€den, zum Psychiater oder zum Hausarzt gehen. Wo man hingeht, ist leider oft Zufall", sagte Baas. Wichtig sei es daher, dass Hilfesuchende klarer durch das System gefĂŒhrt wĂŒrden.

"Also dass der Hausarzt je nach Fall sagt, ob der Besuch eines Neurologen oder eher eines Augenarztes sinnvoll ist", erklĂ€rte Baas. Die Reform mĂŒsse auch dazu fĂŒhren, dass Patienten schneller an einen Facharzttermin kommen, wenn sie vorher ĂŒberwiesen wurden. Allerdings, so Baas, bestĂŒnde die Gefahr neuer EngpĂ€sse, wenn alle erst zur Hausarztpraxis gingen. "Deshalb muss es auch schon vor dem Hausarztbesuch eine digitale ErsteinschĂ€tzung des medizinischen Anliegens geben", so der TK-Chef. "Das heißt, dass Patientinnen und Patienten schon bevor sie zum Hausarzt gehen, eine digitale EinschĂ€tzung bekommen, wie dringlich es ist: Reicht zunĂ€chst eine WĂ€rmflasche aus, ist es ein Fall fĂŒr den Arzt oder sogar den Notarzt", erklĂ€rte Baas. "Je nach Ergebnis könnten sie dann einen Termin buchen, eine Videosprechstunde besuchen oder sich von nicht-Ă€rztlichen FachkrĂ€ften beraten lassen." Diese ErsteinschĂ€tzung könne per App, ĂŒber einen Anruf bei der Hotline 116 117 der KassenĂ€rztlichen Vereinigungen erfolgen oder vor Ort am Praxistresen oder der Notaufnahme stattfinden. Finanzierungsprobleme der Krankenkassen wĂŒrden durch die Reform aber nicht gelöst. "Ich glaube nicht, dass das PrimĂ€rarztsystem zeitnah relevante Summen einsparen wird", meinte Baas. "Bei dieser Reform geht es aber auch gar nicht ums Sparen: Ich hoffe, dass dadurch ein System entsteht, das wesentlich flexibler auf die BedĂŒrfnisse der Patientinnen und Patienten reagiert und sie in die fĂŒr sie richtigen Behandlungsangebote steuert."

@ dts-nachrichtenagentur.de