Europol-Chefin, Organisierter

Europol-Chefin warnt vor Organisierter KriminalitÀt in Europa

20.07.2024 - 11:31:50

Die Chefin des EuropÀischen Polizeiamtes (Europol), Catherine de Bolle, warnt vor der wachsenden Gefahr durch die Organisierte KriminalitÀt in Europa.

Die Gewaltbereitschaft krimineller Netzwerke sei auch in Deutschland ein zunehmendes Problem, sagte de Bolle dem "Spiegel". "Die Zahlen, die uns ĂŒbermittelt werden, zeigen das deutlich", so de Bolle.

"Die Organisierte KriminalitĂ€t ist auf dem Vormarsch. Sie nutzt jede SchwĂ€che." Befeuert werde die Gewalt vor allem vom boomenden Drogenhandel. In SĂŒd- und Mittelamerika werde so viel Kokain produziert wie noch nie, der europĂ€ische Markt damit geflutet. "Die Lage ist dramatisch." Auch der Handel mit anderen Substanzen nehme zu. Das Geld, das in Europa mit Drogen verdient werde, bleibe ĂŒberwiegend auf dem Kontinent, werde in die hiesige Wirtschaft investiert und "vergiftet vor der HaustĂŒr unsere Gesellschaften". De Bolle weiter: "Das macht die Organisierte KriminalitĂ€t zu einer der grĂ¶ĂŸten Gefahren unserer Zeit. Ich kann das gar nicht genug betonen." Die Polizei brauche technische Mittel, Befugnisse und Personal, um eine Chance im Kampf gegen die Mafia zu haben, so de Bolle. "Wenn wir nicht mehr investieren, werden wir diesen Kampf verlieren." Zuletzt hatte die Polizei zwei Personen aus dem Rauschgiftmilieu aus einem Kölner Wohnhaus befreit. Sie waren mutmaßlich von einer marokkanisch geprĂ€gten Mafiagruppe aus den Niederlanden entfĂŒhrt und gefoltert worden. Laufende Ermittlungen könne sie nicht kommentieren, so de Bolle zu dem Fall. Aber dass auch niederlĂ€ndische Gruppen grenzĂŒberschreitend aktiv seien, sei bekannt.

@ dts-nachrichtenagentur.de