MVP, SWH

Norddeutschland stellt im VerhÀltnis wesentlich mehr Soldaten

01.11.2025 - 09:11:55

Die Einwohner der 16 BundeslÀnder steuern in sehr ungleicher Weise Soldaten zur Bundeswehr bei.

Das ergibt sich aus Zahlen des Bundesamtes fĂŒr das Personalmanagement der Bundeswehr in Köln mit dem Stichtag 30. September 2025. Die Zahlen, ĂŒber die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" berichten, zeigen ein GefĂ€lle zwischen Nord- und SĂŒdlĂ€ndern sowie FlĂ€chenlĂ€ndern und Stadtstaaten. In Mecklenburg-Vorpommern kommen den Zahlen zufolge auf 100.000 Einwohner rund 529 Soldaten mit erstem Wohnsitz. In Schleswig-Holstein betrĂ€gt dieser Anteil 462 und in Niedersachsen 357. Baden-WĂŒrttemberg steuert hingegen lediglich 105 Soldaten mit erstem Wohnsitz auf 100.000 Einwohner bei.

Das bedeutet: Mecklenburg-Vorpommern stellt proportional zur Einwohnerzahl fĂŒnfmal so viele Uniformierte fĂŒr die gesamtdeutsche Armee wie Baden-WĂŒrttemberg. Bayern kommt auf einen Anteil von 188 Soldaten und damit ungefĂ€hr auf bloß halb so viele wie Niedersachsen. Neben den SĂŒdlĂ€ndern (mit Ausnahme von Rheinland-Pfalz mit einem Anteil von 324) bleibt die Wehrbereitschaft auch in den Stadtstaaten weit zurĂŒck. Berlin liegt mit 118 Soldaten auf 100.000 Einwohner nur knapp vor Baden-WĂŒrttemberg. In Hamburg und Bremen sieht es mit Anteilen von 175 und 185 Ă€hnlich aus. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte (CDU), sagte dem RND mit Blick auf die Herkunft der Soldaten: "Die Zahlen könnten mit der wirtschaftlichen StĂ€rke SĂŒddeutschlands sowie der Arbeitsmarktlage zu tun haben. In SĂŒddeutschland gibt es vielfĂ€ltigere Jobmöglichkeiten. Eine weitere Ursache könnte sein, dass es auf dem Land eine grĂ¶ĂŸere Bereitschaft gibt, sich fĂŒr die Allgemeinheit einzusetzen." TatsĂ€chlich liegen Baden-WĂŒrttemberg und Bayern etwa bei Löhnen und GehĂ€ltern weit vorn, wĂ€hrend Mecklenburg-Vorpommern weit hinten liegt. Otte mahnte: "Die Bundeswehr muss ihre Standorte jedenfalls möglichst dort errichten, wo die Bewerber wohnen. Denn die Menschen wollen heimatnah eingesetzt werden." Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sören Pellmann, sagte dem RND: "Es ist davon auszugehen, dass die starke PrĂ€senz der nördlichen und östlichen BundeslĂ€nder vor allem sozioökonomische GrĂŒnde hat. FĂŒr den Osten war hier vor allem die Art und Weise des Wiedervereinigungsprozesses und das Wirken der Treuhand nachhaltig prĂ€gend. Dort ersetzte eine Karriere beim Bund fehlende berufliche Perspektiven. Die Breite an kleinen und mittleren Unternehmen und Industrie gibt es im Osten bis heute nicht." Er fĂŒgte hinzu, es gehe um "eine Frage der Gerechtigkeit". Denn Soldat zu sein sei "kein normaler Beruf, auch wenn die Bundeswehr Kampagnen fĂ€hrt, die einen anderen Eindruck erwecken sollen". Wenn es "hart auf hart" komme, zahlten sie "mit ihrem Leben".

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