Kriminalstatistik, Gewaltdelikte

Kriminalstatistik vorgestellt: Erneut mehr Gewaltdelikte

02.04.2025 - 09:28:11

Die GewaltkriminalitÀt in Deutschland ist im Jahr 2024 erneut angestiegen.

Die Fallzahl legte im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf 217.277 FĂ€lle zu, teilten Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), Bremens Innensenator Ulrich MĂ€urer (SPD) und BKA-PrĂ€sident Holger MĂŒnch am Mittwoch bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik in Berlin mit. In 15.741 FĂ€llen wurde demnach ein Messerangriff erfasst, das entspricht 7,2 Prozent an allen FĂ€llen der GewaltkriminalitĂ€t. Insgesamt wurden 2024 ca. 5,84 Millionen Straftaten durch die Polizei erfasst.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der erfassten Straftaten um 1,7 Prozent gesunken. Wesentlich fĂŒr den RĂŒckgang ist dabei die Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis seit dem 1. April 2024. Die AufklĂ€rungsquote liegt bei 58,0 Prozent und ist damit um 0,4 Prozentpunkte gegenĂŒber dem Vorjahr gesunken. Ebenso wie die Zahl der Straftaten ist auch die Zahl der TatverdĂ€chtigen zurĂŒckgegangen (um 2,8 Prozent auf 2.184.834). Ohne Betrachtung der auslĂ€nderrechtlichen VerstĂ¶ĂŸe wurden 1.967.731 TatverdĂ€chtige durch die Polizei ermittelt, ein RĂŒckgang um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der nichtdeutschen TatverdĂ€chtigen bei allen Straftaten ist entgegen der allgemeinen Entwicklung leicht um 0,3 Prozent auf 696.873 angestiegen. Die starken Anstiege der vergangenen Jahre bei tatverdĂ€chtigen Kindern und Jugendlichen sind in diesem Jahr nicht mehr in der PKS zu verzeichnen. Bei Betrachtung aller Straftaten ist die Zahl der tatverdĂ€chtigen Kinder um 2,3 Prozent auf 101.886 zurĂŒckgegangen und bei den tatverdĂ€chtigen Jugendlichen um 6,9 Prozent auf 192.863. Im Bereich der GewaltkriminalitĂ€t schlĂ€gt sich dieser Trend jedoch nicht nieder. Hier ist sowohl bei den Kindern (+11,3 Prozent) als auch bei den Jugendlichen (+3,8 Prozent) ein weiterer Anstieg der TatverdĂ€chtigenzahlen zu verzeichnen. Faeser sagte, dass die Zunahme bei Vergewaltigungen, sexueller Nötigung und bei sexuellen Übergriffen "besonders besorgniserregend" sei. "Wir brauchen ein stĂ€rkeres Schutz- und Hilfesystem fĂŒr Frauen. Und wir brauchen endlich die elektronische Fußfessel, damit sich TĂ€ter bedrohten Frauen nicht mehr unbemerkt nĂ€hern können." Der Schutz von Frauen vor Gewalt mĂŒsse auch fĂŒr die nĂ€chste Bundesregierung eine zentrale Aufgabe sein, so die Ministerin.

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