Schwesig hat VerstĂ€ndnis fĂŒr Kritik an Abschiebepraxis
11.04.2025 - 12:51:44
Die gebe es auch in den eigenen Reihen - unter anderem deshalb, weil die derzeitige Abschiebepraxis als ungerecht empfunden werde. Schwesig glaubt, dass mehr Gerechtigkeit die Akzeptanz fĂŒr einen hĂ€rteren Migrationskurs erhöht.
Dem Nachrichtensender "Welt" sagte Schwesig: "NatĂŒrlich gibt es auch Mitglieder in der SPD, die da Bauchschmerzen haben. Wir sind eine Volkspartei, es gibt viele Stimmen, die sagen: Wir mĂŒssen Migration stĂ€rker steuern und ordnen, dazu gehöre auch ich. Aber es gibt natĂŒrlich auch in unseren Reihen Leute, die selber FlĂŒchtlinge waren und wissen, wie schwer der Weg ist."
"Es gibt viele, die sich dort engagieren, und die haben dann auch Bauchschmerzen. Das muss man aushalten, und da muss man auch ehrlich sein. Wichtig ist, dass wir es in Deutschland richtig machen. Und zurzeit haben die BĂŒrger den Eindruck: Die Falschen werden abgeschoben: die Familie, wo die Eltern lĂ€ngst arbeiten, die Kinder zur Schule gehen, im Sportverein sind und Deutsch sprechen - und die StraftĂ€ter bleiben hier. Das muss umgedreht werden und deswegen finde ich es richtig, dass wir bei der Migration verabredet haben, dass StraftĂ€ter und GefĂ€hrder abgeschoben werden mĂŒssen und bis zur Abschiebung in einen Abschiebearrest kommen."
Schwesig sagte, dass die neue Koalition das Gerechtigkeitsthema mit Abschiebungen nach Afghanistan und Syrien adressiere.
AuĂerdem werde man dafĂŒr sorgen, dass bei auslĂ€ndischen StraftĂ€tern auf Haftstrafen auch direkt ein Abschiebearrest folgt. "Wir haben verabredet, dass das fĂŒr die schweren StraftĂ€ter und GefĂ€hrder auch BundeszustĂ€ndigkeit wird, weil: Es ist ja logischerweise fĂŒr die Bundesrepublik ein bisschen einfacher, Abschiebungen nach Afghanistan oder zum Beispiel auch Syrien zu organisieren, als fĂŒr einen Landkreis oder ein Land. Das ist das eine. Und das andere ist: Es war bisher nicht möglich, oder nur unter ganz schwierigen Bedingungen, nach der Haft, die natĂŒrlich StraftĂ€ter absitzen mĂŒssen, jemanden dann noch in einen Abschiebearrest zu nehmen. Das ist das eigentliche rechtliche Problem - und das muss geĂ€ndert werden."


