Religion, Steuern

Caritas will mehr Kirchensteuermittel

21.09.2025 - 08:36:03

Die PrÀsidentin des Deutschen Caritasverbands, Eva Maria Welskop-Deffaa, beklagt eine angespannte Finanzlage vieler Caritas-Angebote und fordert zusÀtzliche Kirchensteuermittel.

"Viele unserer armutsbezogenen Angebote sind prekĂ€r finanziert", sagte Welskop-Deffaa dem Nachrichtenportal T-Online. Besonders in Bereichen, in denen schnelle und direkte Hilfe nötig sei, stoße man regional zunehmend an finanzielle Grenzen. "ZusĂ€tzliche Kirchensteuermittel wĂŒrden uns mehr Handlungsspielraum geben." Die Caritas finanziere sich nicht direkt aus der Kirchensteuer, sondern ĂŒberwiegend durch staatliche Mittel, eigene Dienste und Spenden, so Welskop-Deffaa.

"Unsere Einrichtungen werden in vieler Hinsicht genauso finanziert wie bei allen sozialen TrĂ€gern." In der Pflege zum Beispiel komme das Geld aus der Pflegeversicherung und den Eigenanteilen - unabhĂ€ngig vom TrĂ€ger. Kirchensteuermittel seien jedoch unverzichtbar, um dort zu helfen, wo es keine oder ungenĂŒgende öffentliche Finanzierung gebe, etwa in der Wohnungslosenhilfe oder bei Bahnhofsmissionen. Welskop-Deffaa widersprach auch dem Eindruck, die Caritas beschĂ€ftige nur glĂ€ubige Christen. Das sei falsch, die Caritas sei ein moderner Wohlfahrtsverband mit Mitarbeitern unterschiedlicher Herkunft und Konfession. Entscheidend sei die Haltung: "Wir sehen unsere Dienste und Angebote als tĂ€tige NĂ€chstenliebe. Wer das nicht mag, wird sich bei uns dauerhaft eher nicht wohlfĂŒhlen."

@ dts-nachrichtenagentur.de