Polizeibehörden, Abhörzentrum

Ostdeutsche Polizeibehörden mĂŒssen weiter auf Abhörzentrum warten

09.02.2025 - 17:54:34

Die von Sachsen-Anhalt und vier weiteren ostdeutschen LÀndern errichtete Abhörzentrale in Leipzig wird auch in diesem und im nÀchsten Jahr nicht einsatzbereit sein.

Das berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung" (Montagsausgabe) unter Berufung auf das sachsen-anhaltische Innenministerium. UrsprĂŒnglich sollte die Einrichtung bereits seit 2021 in der Lage sein, nach richterlicher Anordnung die Kommunikation von StraftĂ€tern und GefĂ€hrdern zu ĂŒberwachen. Eine nach Verzögerungen im Jahr 2022 bestellte Software hĂ€tte bis Mai 2024 geliefert werden mĂŒssen, ist aber bis heute nicht fertiggestellt. Eine baldige Lieferung sei auch nicht zu erwarten, sagte eine Ministeriumssprecherin: "Nach Auskunft des Unternehmens wird sich die Erstellung der beauftragten Software und damit das Erreichen des Wirkbetriebes voraussichtlich um mehrere Jahre verzögern." Trotz des nicht eingehaltenen Liefertermins wird die Lauscheinrichtung mit dem offiziellen Namen Gemeinsames Kompetenz- und Dienstleistungszentrum (GKDZ) auf eine Schadensersatzklage verzichten, wie Vorstandschef Markus Pannwitz der MZ sagte.

Man habe diese Möglichkeit intensiv geprĂŒft, aber: "Ein Gerichtsprozess hĂ€tte wahrscheinlich Jahre gedauert. Ein solcher Rechtsstreit bedeutet fĂŒr alle beteiligten Parteien eine große Unsicherheit." RegressansprĂŒche seien mittlerweile vertraglich geregelt, so Pannwitz. Man baue zudem darauf, dass das beauftragte Unternehmen am Gelingen des Vorhabens selbst Interesse habe. "Es geht hier um eine Multi-Millionen-Euro-Investition und auch der Hersteller will den Erfolg, weil er das Produkt selbstverstĂ€ndlich auch anderweitig vermarkten will", sagte Pannwitz.

@ dts-nachrichtenagentur.de