Gesellschaft, Steuern

Grimm lobt BĂŒrgergeld-PlĂ€ne der Bundesregierung

10.10.2025 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Wirtschaftsweise und Siemens-Energy-AufsichtsrĂ€tin Veronika Grimm hat die ReformplĂ€ne der Bundesregierung beim BĂŒrgergeld als Schritt "in die richtige Richtung" gelobt, aber mehr Mut zu Reformen in anderen Bereichen gefordert.

Passanten an einem BĂŒrgergeld-Infostand (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Passanten an einem BĂŒrgergeld-Infostand (Archiv) - Bild: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Vieles von dem, was jetzt geplant ist, seien alte Kompromisse, die bereits in der vorherigen Legislaturperiode zwischen SPD und FDP vereinbart, aber nicht mehr umgesetzt wurden, sagte Grimm den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). "Bei den Sanktionen scheint die Regierung nun entschlossener zu handeln. Ob das am Ende tatsÀchlich wirkt, hÀngt von der konkreten Umsetzung ab." Wichtig wÀre nach ihrer EinschÀtzung, dass sich "Arbeit stÀrker lohnt".

DafĂŒr könne man zum Beispiel durch niedrigere Transferentzugsraten sorgen. "Wenn es allerdings nicht gelingt, dadurch mehr Menschen in regulĂ€re BeschĂ€ftigung zu bringen, dann wird es teurer, weil höhere Leistungen gezahlt werden mĂŒssen", rĂ€umte Grimm ein. Außerdem wĂ€ren dann Menschen bis zu sehr hohen Einkommen im Transfersystem. "WĂ€hrend die Koalition beim BĂŒrgergeld Korrekturen vornimmt, fehlt ihr in anderen Bereichen jeder Reformwille", kritisierte Grimm. In der Rentenpolitik gehe die Koalition sogar in die entgegengesetzte Richtung. "Die Haltelinie soll das Rentenniveau dauerhaft stabil halten, die MĂŒtterrente wird ausgeweitet, und die Aktivrente bringt steuerliche Entlastungen fĂŒr berufstĂ€tige Rentner", sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin. "Das alles kostet mittelfristig einen dreistelligen Milliardenbetrag. Wenn man in den 30er Jahren keine Reform schafft, werden es sogar mehr als 200 Milliarden zusĂ€tzlich." Damit verkenne die Regierung die wirtschaftliche RealitĂ€t. "Die dadurch entstehenden Leistungsversprechen werden die SpielrĂ€ume im Haushalt fĂŒr zukunftsorientierte Ausgaben massiv einschrĂ€nken. Es ist so quasi sichergestellt, dass man die SchuldenspielrĂ€ume auch weiter fĂŒr konsumtive Ausgaben verwenden muss."

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