Deutlich, E-Scooter-UnfÀlle

Deutlich mehr E-Scooter-UnfÀlle mit Personenschaden

31.07.2025 - 08:16:11

Die Zahl der E-Scooter-UnfÀlle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ist zuletzt weiter gestiegen.

Im Jahr 2024 registrierte die Polizei in Deutschland 11.944 E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden - das waren 26,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor (9.425 UnfĂ€lle): Dabei kamen insgesamt 27 Menschen ums Leben, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte. Die Zahl der Todesopfer ist damit gegenĂŒber 2023 ebenfalls gestiegen, damals starben 22 Menschen bei E-Scooter-UnfĂ€llen. 1.513 Menschen wurden im Jahr 2024 bei solchen UnfĂ€llen schwer verletzt und 11.433 leicht. 10.886 oder 83,9 Prozent der VerunglĂŒckten waren selbst mit dem E-Scooter unterwegs, darunter auch alle 27 Todesopfer.

Zudem waren 508 oder 4,7 Prozent der VerunglĂŒckten, die selbst auf einem E-Scooter unterwegs waren, Mitfahrer. Im Jahr 2023 waren noch 328 oder 3,9 Prozent der VerunglĂŒckten auf E-Scootern Mitfahrer. Laut Straßenverkehrsordnung sind E-Scooter nur fĂŒr eine Person vorgesehen, das Mitfahren weiterer Personen ist nicht erlaubt. Insgesamt spielen E-Scooter im Unfallgeschehen eine vergleichsweise geringe Rolle: 2024 registrierte die Polizei insgesamt 290.701 VerkehrsunfĂ€lle mit Personenschaden, lediglich an 4,1 Prozent war ein E-Scooter-Fahrer beteiligt. GegenĂŒber 2023 mit damals 3,2 Prozent ist der Anteil allerdings gestiegen. Deutlich wird der Unterschied im Vergleich zu FahrradunfĂ€llen: Im Jahr 2024 hat die Polizei deutschlandweit rund 93.279 UnfĂ€lle mit Personenschaden registriert, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren, das waren 32,1 Prozent aller UnfĂ€lle mit Personenschaden. 445 Menschen, die mit einem Fahrrad unterwegs waren, kamen dabei ums Leben, 13.919 wurden schwer verletzt, 79.242 leicht. Besonders junge Menschen sind in E-Scooter-UnfĂ€lle verwickelt. 48,6 Prozent der im Jahr 2024 verunglĂŒckten E-Scooter-Fahrer waren jĂŒnger als 25 Jahre, 82,0 Prozent waren jĂŒnger als 45 Jahre. Dagegen gehörten nur 3,3 Prozent zur Altersgruppe 65plus. Zum Vergleich: Bei den Unfallopfern, die mit dem Fahrrad oder Pedelec unterwegs waren, war der Anteil der unter 25-JĂ€hrigen mit 21,4 Prozent deutlich niedriger. Gleichzeitig waren nur 48,3 Prozent von ihnen jĂŒnger als 45 Jahre. Dagegen war ein deutlich grĂ¶ĂŸerer Teil (20,5 Prozent) 65 Jahre oder Ă€lter. Ein Grund fĂŒr die Unterschiede dĂŒrfte sein, dass jĂŒngere Menschen im Allgemeinen mehr mit E-Scootern unterwegs sind als Ă€ltere. UnfĂ€lle können nicht immer auf einen einzigen Grund zurĂŒckgefĂŒhrt werden. HĂ€ufig registriert die Polizei mehrere Fehlverhalten. Das hĂ€ufigste Fehlverhalten der E-Scooter-Fahrer mit einem Anteil von 21,2 Prozent war die falsche Benutzung der Fahrbahn oder der Gehwege. Die E-Scooter-Nutzer mĂŒssen, so weit vorhanden, Fahrradwege oder Schutzstreifen nutzen. Ansonsten sollen sie auf Fahrbahnen oder Seitenstreifen ausweichen, das Fahren auf Gehwegen ist verboten. Vergleichsweise hĂ€ufig legte die Polizei den E-Scooter-Fahrern das Fahren unter Alkoholeinfluss zur Last (12,4 Prozent). Zum Vergleich: Im selben Zeitraum waren es bei Fahrradfahrern 7,8 Prozent und bei zulassungsfreien KraftrĂ€dern wie Mofas, S-Pedelecs und KleinkraftrĂ€dern 5,9 Prozent. Nicht angepasste Geschwindigkeit war das dritthĂ€ufigste Fehlverhalten, das die Polizei bei E-Scooter-Fahrern feststellte (8,0 Prozent), danach folgte die Missachtung der Vorfahrt (6,2 Prozent). Von den 11.944 E-Scooter-UnfĂ€llen mit Personenschaden im Jahr 2024 waren 31,4 Prozent AlleinunfĂ€lle - das heißt, es gab keine Unfallgegnerin beziehungsweise keinen Unfallgegner, so die Statistiker weiter. 14 der 27 tödlich VerunglĂŒckten auf E-Scootern kamen bei AlleinunfĂ€llen ums Leben. Von den Verletzten verunglĂŒckten 35,3 Prozent bei AlleinunfĂ€llen. An 7.948 (66,5 Prozent) E-Scooter-UnfĂ€llen mit Personenschaden war ein zweiter Verkehrsteilnehmer beteiligt, meist war dies ein Autofahrer (5.302 UnfĂ€lle). Bei solchen ZusammenstĂ¶ĂŸen mit Autos verletzten sich 50,5 Prozent der verunglĂŒckten E-Scooter-Nutzer, sieben starben. Zum Vergleich: An 1.140 (14,3 Prozent) E-Scooter-UnfĂ€llen waren Radfahrer beteiligt, bei diesen ZusammenstĂ¶ĂŸen verletzten sich aber nur 4,7 Prozent der verunglĂŒckten E-Scooter-Fahrer. Bei UnfĂ€llen mit zwei Beteiligten trug zu 47,6 Prozent der E-Scooter-Fahrer die Hauptschuld am Unfall. Betrachtet man, wer der Unfallgegner war, gibt es durchaus Unterschiede: Bei ZusammenstĂ¶ĂŸen mit einem Pkw (5.302 UnfĂ€lle) waren die E-Scooter-Fahrer nur in 35,2 Prozent der FĂ€lle die Hauptverursacher. Bei UnfĂ€llen mit Fahrradfahrern (1.140 UnfĂ€lle) waren es 72,7 Prozent und bei UnfĂ€llen mit einem FußgĂ€nger (869 UnfĂ€lle) waren es sogar 87,7 Prozent der UnfĂ€lle, an denen die E-Scooter-Fahrer die Hauptschuld trugen. UnfĂ€lle mit E-Scootern geschehen besonders hĂ€ufig in GroßstĂ€dten. Im Jahr 2024 wurden 53,7 Prozent der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden in StĂ€dten mit mindestens 100.000 Einwohnern registriert. Bei UnfĂ€llen mit Pedelecs (29,6 Prozent) oder FahrrĂ€dern ohne Hilfsmotor (45,1 Prozent) war der Anteil deutlich geringer. 30,9 Prozent der E-Scooter-UnfĂ€lle mit Personenschaden spielten sich in StĂ€dten mit mindestens einer halben Million Einwohner ab. Bei UnfĂ€llen mit Pedelecs waren es dagegen 12,2 Prozent, bei FahrrĂ€dern ohne Motor 26,7 Prozent.

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