Bamf registriert deutlich weniger FĂ€lle von Kirchenasyl
24.12.2025 - 06:30:00"Dies spiegelt die insgesamt geringere Zahl an Schutzsuchenden wider, die 2025 nach Deutschland gekommen sind." Zuvor war die Zahl der KirchenasylfĂ€lle vier Jahre in Folge angestiegen. Nimmt eine Kirchengemeinde einen Asylsuchenden auf, muss sie das umgehend melden und binnen eines Monats ein Dossier beim Bamf einreichen. Lehnt die Behörde dieses ab, soll der Ausreisepflichtige binnen drei Tagen die Gemeinde verlassen, was aber meist nicht geschieht. Meistens handelt es sich um sogenannte Dublin-FĂ€lle, also um Schutzsuchende, fĂŒr die eigentlich ein anderer EU-Staat zustĂ€ndig ist. So war es auch in diesem Jahr: Durch das Kirchenasyl wurden nach Angaben des Bamf vor allem Ăberstellungen nach Bulgarien, Kroatien und Polen verhindert. "Die rĂŒcklĂ€ufige Entwicklung beim Kirchenasyl hat auch mit den ZurĂŒckweisungen an den deutschen Grenzen zu tun", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Ăkumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche, Dieter MĂŒller, der Zeitung. "Denn es wird vor allem Menschen die Einreise verwehrt, die schon in einem anderen Mitgliedstaat der EU als Antragsteller registriert wurden. Das Bamf hatte durch die - aus unserer Sicht europarechtswidrigen - GrenzmaĂnahmen zuletzt offenbar viel weniger mit diesen Dublin-FĂ€llen zu tun", sagte er. "Das wirkt sich auf die Kirchenasyl-Anfragen aus." MĂŒller verwies hierbei auf die Asylstatistik des Bamf, wonach Deutschland bis Ende November 33.845 Ăbernahmeersuche an andere EU-Staaten gestellt hat - nur etwa halb so viele wie im gleichen Vorjahreszeitraum.


