Unfallchirurgen, Zunahme

Unfallchirurgen sehen erschreckende Zunahme an Messerverletzungen

14.09.2024 - 12:00:00

Die Zahl der Menschen, die wegen einer Messerverletzung stationÀr im Krankenhaus behandelt werden mussten, ist in den vergangenen zwei Jahren stark gestiegen.

Das geht aus einer noch unveröffentlichten Statistik hervor, in der die unfallchirurgischen Versorgungszentren in Deutschland ihre schwer verletzten Patienten registrieren. Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gegenĂŒber zeigte sich der PrĂ€sident der Deutschen Gesellschaft fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie (DGOU), Andreas Seekamp, ĂŒber diese Entwicklung besorgt. "Erschreckend ist, dass Messerstichverletzungen an HĂ€ufigkeit deutlich zugenommen haben", sagte der Professor, der Direktor der Klinik fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie des UniversitĂ€tsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) am Campus Kiel ist. In den Jahren 2012 bis 2022 versorgten die deutschen Unfallchirurgen laut Seekamp zwischen 500 und maximal 600 Patienten.

"Jetzt nimmt die Zahl drastisch zu", so der PrĂ€sident. "Wir hören aus manchen Kliniken in Metropolregionen, dass die Zahl der Messerstichverletzungen dort in den letzten zwei Jahren um 50 Prozent zugenommen hat. Eine genaue Analyse der Zahlen aus dem Traumaregister werden wir in KĂŒrze vorstellen können, die wissenschaftliche Auswertung lĂ€uft aktuell noch." In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) wird das PhĂ€nomen Messerangriff erst seit 2022 valide erfasst, weshalb Aussagen ĂŒber die Entwicklung schwierig sind. Das sogenannte Traumaregister der unfallchirurgischen Fachgesellschaften zĂ€hlt schon seit etwa drei Jahrzehnten alle FĂ€lle, in denen schwer verletzte Patienten chirurgisch und stationĂ€r versorgt werden mĂŒssen. AnfĂ€nglich spielten Messerverletzungen nach Auskunft von Andreas Seekamp keine Rolle. Seit den Nullerjahren wĂŒrden sie registriert.

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