GewaltvorfÀlle, NRW-Kitas

Immer mehr GewaltvorfÀlle in NRW-Kitas

24.12.2024 - 08:08:17

Die Zahl der offiziell dokumentierten GewaltvorfÀlle in NRW-Kitas steigt.

Das berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf Zahlen, die das NRW-Familienministerium auf eine Kleine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion zusammengestellt hat. Demnach gingen bei den beiden nordrhein-westfĂ€lischen LandesjugendĂ€mtern allein im ersten Halbjahr 2024 insgesamt 1.206 Meldungen ĂŒber GewaltvorfĂ€lle unterschiedlicher Art ein. Im gesamten Vorjahr 2023 waren 1.943 FĂ€lle dokumentiert worden, im ganzen Jahr 2022 waren es 1.027. Im Einzelnen gab es den Statistiken zufolge im ersten Halbjahr insgesamt 654 Meldungen zu körperlichen Übergriffen und Körperverletzungen.

In den weitaus meisten FĂ€llen kam es den Angaben nach durch Kinder zur Gewalt, 116-mal durch Mitarbeiter der Einrichtungen. Insgesamt 202 Meldungen gab es im ersten Halbjahr zu sexuellen Übergriffen beziehungsweise sexueller Gewalt. 159-mal erfolgten Taten demnach durch Kinder, 39-mal durch Kita-Personal, einzelne Male durch Dritte. Im gesamten Vorjahr waren insgesamt 343 FĂ€lle statistisch festgehalten worden. Zudem erfassten die LandesjugendĂ€mter dem Zahlenwerk zufolge im ersten Halbjahr insgesamt 329 FĂ€lle von "pĂ€dagogischem Fehlverhalten". Im gesamten Jahr 2023 waren in dieser Kategorie 539 VorfĂ€lle dokumentiert worden. Die SPD-Abgeordnete Nina Andrieshen sagte der Zeitung: "Sehen wir uns die aktuelle Kita-Politik an und gehen davon aus, dass Überforderung ein NĂ€hrboden fĂŒr Übergriffe ist, dann bewegen sich die BemĂŒhungen von Ministerin Paul in eine fatale Richtung." Denn aktuell ĂŒberlasse man die Aufsicht ĂŒber mehr Kinder weniger FachkrĂ€ften. "Damit entspannt sich die Situation in den Kitas fĂŒr Kinder und fĂŒr BeschĂ€ftigte nicht - und der Möglichkeit fĂŒr ĂŒbergriffiges Verhalten wird so eventuell mehr Raum gegeben. Das darf angesichts solcher Zahlen jedoch auf keinen Fall sein."

@ dts-nachrichtenagentur.de