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BKA: Zahl der Opfer hÀuslicher Gewalt erreicht neuen Höchststand

02.08.2025 - 07:00:00

Die Zahl der Opfer hÀuslicher Gewalt hat im vergangenen Jahr mit 256.942 erfassten Betroffenen ein neues Allzeithoch erreicht.

Rein statistisch betrachtet wurde in Deutschland somit etwa alle zwei Minuten ein Mensch von seinem Partner oder Ex-Partner oder einem nahen Verwandten misshandelt, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA). Der Anstieg gegenĂŒber dem Vorjahr lag bei rund 3,7 Prozent.

In den vergangenen fĂŒnf Jahren nahm die Zahl der Meldungen hĂ€uslicher Gewalt um fast 14 Prozent zu. Das BKA registrierte im Teilbereich der sogenannten Partnerschaftsgewalt im vergangenen Jahr 171.069 Opfer (plus 1,9 Prozent). Bei der Teilmenge der innerfamiliĂ€ren Gewalt registrierte die Polizeibehörde nunmehr 94.873 Betroffene (plus 7,3 Prozent). Rund 73 Prozent der Opfer hĂ€uslicher Gewalt sind Frauen. Das Familienministerium teilte auf Anfrage mit, der Anstieg hĂ€uslicher Gewalt könne auf eine Zunahme der Gewaltbereitschaft "im Lichte gesellschaftlicher Krisen und persönlicher Herausforderungen" zurĂŒckzufĂŒhren sein. Möglich sei aber auch eine gewachsene Anzeigebereitschaft. Mit dem im Februar verabschiedeten Gewalthilfegesetz sei bei der BekĂ€mpfung hĂ€uslicher Gewalt parteiĂŒbergreifend ein "Meilenstein" erreicht worden. Von Gewalt betroffene Frauen erhalten damit ab 2032 einen Rechtsanspruch auf Beratung und Schutz, etwa einen verbindlichen Platz in einem Frauenhaus. Die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Jasmina Hostert, forderte die Ratifizierung und vollstĂ€ndige Anwendung der Istanbul-Konvention in allen EU-Mitgliedstaaten. Die Istanbul-Konvention ist ein völkerrechtlicher Vertrag, mit dem auch Deutschland sich verpflichtete, zur BekĂ€mpfung von Gewalt gegen Frauen festgeschriebene Maßnahmen umzusetzen. "Notwendig sind auch effektive aus EU-Mitteln geförderte Maßnahmen zur PrĂ€vention ebenso wie groß angelegte Kampagnen und Bildungsarbeit", sagte Hostert. Die GrĂŒnen erklĂ€rten, bei Gewalt gegen Frauen handele es sich nicht um "Familiendramen", sondern um "patriarchale Gewalt". "Es braucht mehr PrĂ€ventions- und TĂ€terarbeit, schnelle Verfahren, verpflichtende Schulungen von Polizei und Justiz", sagte die frauenpolitische Sprecherin der GrĂŒnen, Ulle Schauws. Die Linke forderte Reformen beim Sorge- und Umgangsrecht. "Denn hĂ€ufig nutzen gewalttĂ€tige Ex-Partner das Sorge- oder Umgangsrecht, um weiter Kontrolle ĂŒber ihre Ex-Partnerinnen auszuĂŒben", sagte die frauenpolitische Sprecherin der Linken, Kathrin Gebel.

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