Deutlich mehr Straftaten gegen Journalisten
10.02.2026 - 00:00:00Neben der Zunahme der FĂ€lle zeigen die Zahlen auĂerdem, dass die Behörden einen GroĂteil der Taten dem politisch rechten Spektrum zuordneten. Rund ein Drittel (244) der GesamtfĂ€lle entfielen auf den Bereich "rechts", 78 wurden dem Bereich "links" zugeordnet. 153 FĂ€lle wurden als "auslĂ€ndische Ideologie", 31 als "religiöse Ideologie" erfasst. Weitere 312 Delikte liefen unter "sonstige Zuordnung" - gemeint sind politisch motivierte FĂ€lle, die sich keinem der vier Bereiche eindeutig zuordnen lassen.
Die gemeldeten FÀlle verteilen sich zudem sehr ungleich auf die BundeslÀnder: Allein auf Berlin entfallen laut der BKA-Statistik 406 FÀlle - damit fast die HÀlfte aller registrierten Straftaten. Hinter Berlin folgen Sachsen (82), Bayern (64) und Nordrhein-Westfalen (55).
Auch im Internet nehmen die FĂ€lle zu: FĂŒr das Kalenderjahr 2024 erfasste das BKA 217 Straftaten mit dem Angriffsziel "Medien", bei denen das Tatmittel Internet vermerkt ist; 2025 waren es bereits 333. HĂ€ufig handelte es sich um Hasspostings.
David Schliesing, medienpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, zeigte sich alarmiert von den Zahlen. "Das AusmaĂ an gewalttĂ€tigen Ăbergriffen und Straftaten gegen Medienschaffende erreicht ein erschreckend hohes Niveau. Bund und LĂ€nder mĂŒssen umgehend aktiv werden und deutlich mehr fĂŒr den Schutz journalistischer Arbeit tun", sagte er der "Rheinischen Post". "Das sind Zahlen, die erschrecken und an die wir uns keinesfalls gewöhnen dĂŒrfen", mahnte Schliesing.


