Gewalt, Fernsehen

Deutlich mehr Straftaten gegen Journalisten

10.02.2026 - 00:00:00

Die Zahl der Straftaten gegen Journalisten ist in Deutschland zuletzt deutlich angestiegen.Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, ĂŒber die die "Rheinische Post" in ihrer Dienstagsausgabe berichtet."Mit Stichtag 31.

Dezember 2025 wurden durch die LĂ€nder im Kriminalpolizeilichen Meldedienst in FĂ€llen Politisch motivierter KriminalitĂ€t (KPMD-PMK) fĂŒr den Zeitraum vom 1. April 2024 bis zum 30. November 2025 insgesamt 818 Straftaten mit dem Oberangriffsziel (OAZ) Medien an das Bundeskriminalamt (BKA) gemeldet. Bei 89 dieser FĂ€lle handelt es sich um Gewaltstraftaten", heißt es in der Antwort des Bundesinnenministeriums. Umgerechnet entspricht das im Schnitt rund 41 FĂ€llen pro Monat. Zum Vergleich: FĂŒr das Jahr 2023 wies die Bundesregierung 290 FĂ€lle aus - also rund 24 pro Monat. Das bedeutet ein Plus von etwa 71 Prozent.

Neben der Zunahme der FĂ€lle zeigen die Zahlen außerdem, dass die Behörden einen Großteil der Taten dem politisch rechten Spektrum zuordneten. Rund ein Drittel (244) der GesamtfĂ€lle entfielen auf den Bereich "rechts", 78 wurden dem Bereich "links" zugeordnet. 153 FĂ€lle wurden als "auslĂ€ndische Ideologie", 31 als "religiöse Ideologie" erfasst. Weitere 312 Delikte liefen unter "sonstige Zuordnung" - gemeint sind politisch motivierte FĂ€lle, die sich keinem der vier Bereiche eindeutig zuordnen lassen.

Die gemeldeten FÀlle verteilen sich zudem sehr ungleich auf die BundeslÀnder: Allein auf Berlin entfallen laut der BKA-Statistik 406 FÀlle - damit fast die HÀlfte aller registrierten Straftaten. Hinter Berlin folgen Sachsen (82), Bayern (64) und Nordrhein-Westfalen (55).

Auch im Internet nehmen die FĂ€lle zu: FĂŒr das Kalenderjahr 2024 erfasste das BKA 217 Straftaten mit dem Angriffsziel "Medien", bei denen das Tatmittel Internet vermerkt ist; 2025 waren es bereits 333. HĂ€ufig handelte es sich um Hasspostings.

David Schliesing, medienpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, zeigte sich alarmiert von den Zahlen. "Das Ausmaß an gewalttĂ€tigen Übergriffen und Straftaten gegen Medienschaffende erreicht ein erschreckend hohes Niveau. Bund und LĂ€nder mĂŒssen umgehend aktiv werden und deutlich mehr fĂŒr den Schutz journalistischer Arbeit tun", sagte er der "Rheinischen Post". "Das sind Zahlen, die erschrecken und an die wir uns keinesfalls gewöhnen dĂŒrfen", mahnte Schliesing.

@ dts-nachrichtenagentur.de