MilitÀr, Telekommunikation

Bericht zeigt gravierende MĂ€ngel bei Bundeswehr-Digitalfunk

20.03.2026 - 10:09:01 | dts-nachrichtenagentur.de

Ein bislang unter Verschluss gehaltener Testbericht offenbart schwerwiegendere Probleme beim neuen Funksystem der Bundeswehr.

SanitÀtsfahrzeug der Bundeswehr (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
SanitÀtsfahrzeug der Bundeswehr (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Die MĂ€ngel seien grĂ¶ĂŸer als bisher bekannt, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf das Papier, das die Abgeordneten seit Wochen vom Verteidigungsministerium einfordern. Demnach bewertete die Bundeswehr die im November zuletzt im Einsatz getestete Technik als "ungenĂŒgend" und warnt vor Risiken schon im Übungsbetrieb, sollte die Technik in diesem Entwicklungsstand verwendet werden.

Dem Bericht zufolge musste der Einsatztest Ende November wegen erheblicher Fehler letztlich abgebrochen werden. Die MĂ€ngel seien so gravierend gewesen, dass bereits im Ausbildungs- und Übungsbetrieb "Gefahr fĂŒr Leib und Leben" bestanden habe. Das System sei weder reif fĂŒr den Einsatz noch fĂŒr den regulĂ€ren Betrieb geeignet. Ob eine Einsatzreife bis 2026 erreicht werden könne, sei unklar, heißt es wörtlich in dem Papier.

Besonders problematisch waren laut Bericht AusfĂ€lle sogar beim einfachen Sprechfunk, etwa zwischen umgerĂŒsteten Kampfpanzern. FunksprĂŒche seien teils nicht ĂŒbertragen worden, zudem hĂ€tten Soldaten nicht erkennen können, ob ihre Meldungen gesendet worden seien. Ein verlĂ€sslicher Feuerstopp-Befehl sei so nicht möglich, ebenfalls keine Feindmeldungen, was im Gefecht ein unzulĂ€ssiges Risiko sei.

Auch zentrale Funktionen wie die Ortung eigener KrĂ€fte (Friendly Force Tracking) hĂ€tten nur eingeschrĂ€nkt funktioniert. Insgesamt sei selbst der Sprechfunk "als mangelhaft zu bewerten", zudem seien Reichweiten deutlich hinter den Anforderungen zurĂŒckgeblieben.

Das Verteidigungsministerium Ă€ußerte sich auf Nachfrage der "Welt am Sonntag" inhaltlich nicht zu Details, ging weder auf die MĂ€ngel, noch auf möglicherweise zuletzt erzielte Verbesserungen ein und verwies auf eine spĂ€tere Unterrichtung zum Projektfortgang. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte eigentlich volle Transparenz zum IT-Großprojekt "Digitalisierung Landbasierter Operationen" (D-LBO) versprochen, bei dem es schon im vergangenen Mai eine abgebrochene Testung gab.

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