Ersatzfreiheitsstrafen, GefÀngnisse

Ersatzfreiheitsstrafen belasten GefÀngnisse

24.08.2025 - 00:00:00

Ersatzfreiheitsstrafen belasten die ohnehin vollen GefÀngnisse in Deutschland weiter.

In den BundeslÀndern machen HÀftlinge mit Ersatzfreiheitsstrafen zwischen vier Prozent (Hamburg) und elf Prozent (Brandenburg) der GefÀngnispopulation aus, geht aus einer Abfrage des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Sonntagausgaben) in den BundeslÀndern hervor. Die Justizministerien aller 16 BundeslÀndern wollen aber grundsÀtzlich an den Ersatzfreiheitsstrafen festhalten, wie sie dem RND mitteilten. Der rheinland-pfÀlzische Justizminister Philipp Fernis (FDP) erklÀrte etwa: "Eine Abschaffung der Ersatzfreiheitsstrafe wÀre der falsche Weg."

Ohne sie sei es möglich, dass Geldstrafen, die nicht beigetrieben werden können, ohne das Druckmittel der Ersatzfreiheitsstrafe ins Leere laufen. Mehrere BundeslĂ€nder fordern jedoch Reformen wie die Streichung des "Fahrens ohne Fahrschein" aus dem Strafrecht. Die Hamburger Justizsenatorin Anna Gallina (GrĂŒne) sagte dem RND: "Bestimmte Delikte, wie das Fahren ohne Fahrschein oder Prostitution im Sperrgebiet, mĂŒssen endlich entkriminalisiert werden." HĂ€ufig befĂ€nden sich die Betroffenen in einer prekĂ€ren Lebenssituation und könnten deshalb ihre Geldstrafe nicht bezahlen. NRW-Justizminister Benjamin Limbach (GrĂŒne) sagte: "Jeder ersparte Tag einer Ersatzfreiheitsstrafe ist ein Gewinn fĂŒr das Land, die betroffenen Menschen und den Steuerzahler." Ein Gesetzentwurf des Bundes zur Abschaffung der Strafbarkeit beim Fahren ohne Fahrschein sei ĂŒberfĂ€llig.

@ dts-nachrichtenagentur.de