FÀlle von GewaltkriminalitÀt leicht gesunken
20.04.2026 - 10:16:10 | dts-nachrichtenagentur.deAuch die Anzahl der TatverdĂ€chtigen ging hier zurĂŒck (-2,6 Prozent), insbesondere die der tatverdĂ€chtigen Jugendlichen (-7,4 Prozent) und der tatverdĂ€chtigen Zuwanderer (-7,2 Prozent). Dagegen stieg die Zahl der tatverdĂ€chtigen Kinder erneut an (+3,3 Prozent). Nichtdeutsche TatverdĂ€chtige sind bei der GewaltkriminalitĂ€t mit 42,9 Prozent weiterhin deutlich ĂŒberreprĂ€sentiert.
Insgesamt hat die Polizei im Jahr 2025 bundesweit rund 5,5 Millionen Straftaten registriert - das entspricht einem RĂŒckgang von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl der TatverdĂ€chtigen insgesamt ist um 5,9 Prozent auf ca. 2,05 Millionen gesunken. In den Zahlen schlĂ€gt sich die Teillegalisierung von Cannabis aus 2024 nieder, es ist aber selbst dann noch ein RĂŒckgang vorhanden, wenn Straftaten im Zusammenhang mit Cannabis herausgerechnet werden (-4,7 Prozent).
Insgesamt wurden rund 3,2 Millionen FÀlle aufgeklÀrt. Die AufklÀrungsquote liegt somit bei 57,9 Prozent und damit auf nahezu gleichem Niveau wie in den Vorjahren (2024: 58,0 Prozent).
Ergebnisse der zeitgleich durch das BKA veröffentlichten Opferbefragung "Sicherheit und KriminalitĂ€t in Deutschland 2024" (SKiD) zeigen, dass besonders junge Menschen von Gewaltstraftaten betroffen sind - mit steigender Tendenz. So sind bei der aktuellen Erhebung 8,5 Prozent der Jugendlichen im Alter von 16 und 17 Jahren Opfer einer Körperverletzung geworden, ein Anstieg um 5,4 Prozentpunkte gegenĂŒber der Befragung in 2020 und damit mehr als eine Verdopplung (2020: 3,1 Prozent).
Die Zahl der in der PKS fĂŒr 2025 erfassten Sexualdelikte bleibt hoch. AuffĂ€llig ist der Anstieg bei FĂ€llen von Vergewaltigung (+9,0 Prozent). Seit 2018 sind die Fallzahlen in diesem Bereich um rund 72 Prozent gestiegen. Die TatverdĂ€chtigen sind ĂŒberwiegend Freunde oder Bekannte sowie (ehemalige) Partner und zu 98,6 Prozent mĂ€nnlich. Der Anteil der nichtdeutschen TatverdĂ€chtigen betrĂ€gt 38,5 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. Der Anteil der nichtdeutschen Opfer von Vergewaltigung lag bei 22,3 Prozent.
Die Ergebnisse von SKiD zeigen, dass Frauen insgesamt deutlich hĂ€ufiger von Sexualdelikten betroffen sind als MĂ€nner. Besonders betroffen sind junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren. Das Dunkelfeld ist SKiD zufolge groĂ: Nach wie vor ist die Anzeigequote bei Sexualdelikten besonders gering - sie lag bei sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung 2023 bei 6,2 Prozent, bei körperlicher sexueller BelĂ€stigung bei 2,6 Prozent.
Straftaten im Zusammenhang mit kinderpornografischen Inhalten sind laut PKS zwar zurĂŒckgegangen (-2,7 Prozent auf 41.677 FĂ€lle), sie bleiben aber auf hohem Niveau. Straftaten im Zusammenhang mit jugendpornografischen Inhalten stiegen dagegen weiter an (+19,9 Prozent auf 11.515 FĂ€lle). Bei den Jugendlichen, die pornografische Inhalte verbreiten, handelt es sich oftmals um sogenannte Selbstfilmende. Neben einer zunehmenden Verbreitung durch Social-Media-KanĂ€le kann auch eine erhöhte Anzeigebereitschaft angesichts einer erhöhten medialen Aufmerksamkeit und gesellschaftlichen Sensibilisierung mitverantwortlich fĂŒr den Anstieg sein.
Die Zahl der Messerangriffe insgesamt ist ungefÀhr auf dem Niveau des Vorjahres (+0,8 Prozent auf 29.243 FÀlle). Bedrohungen mit einem Messer haben hingegen um 9,5 Prozent zugenommen (13.748 FÀlle). Auf einen Höchststand seit 2016 gestiegen sind die FÀlle der mit Schusswaffengebrauch verbundenen GewaltkriminalitÀt, beispielsweise Raub oder schwere Körperverletzung, (+9,7 Prozent auf 3.166 FÀlle) - in 1.371 FÀllen wurde geschossen (+13,4 Prozent; Höchststand seit 2009).
Der durch die Teillegalisierung von Cannabis bedingte RĂŒckgang der Rauschgiftdelikte insgesamt (-27,7 Prozent) darf nicht ĂŒber die RealitĂ€t hinwegtĂ€uschen. Neben den Rauschgiftdelikten mit Kokain einschlieĂlich Crack (39.414 FĂ€lle, +1,9 Prozent) sind auch die Delikte mit neuen psychoaktiven Stoffen um +25,5 Prozent auf 5.338 FĂ€lle (2024: 4.255) sowie mit Metamfetamin um +3,0 Prozent auf 11.398 FĂ€lle (2024: 11.070) angestiegen. RauschgiftkriminalitĂ€t bleibt somit ein drĂ€ngendes Problem in Deutschland.
Die im Inland registrierten FĂ€lle sind bei Betrug (-8,4 Prozent) und CyberkriminalitĂ€t (-4,1 Prozent) zwar rĂŒcklĂ€ufig, im Gegenzug steigen jedoch die aus dem Ausland heraus begangenen Taten deutlich an (Betrug: +7,0 Prozent, CyberkriminalitĂ€t +3,0 Prozent). Bei Betrug nĂ€hert sich die Anzahl der Inlands- und Auslandstaten und die Schadensumme zunehmend an (PKS-Ausland 2,3 Milliarden Euro, +65,1 Prozent; PKS-Inland 2,7 Milliarden Euro, -6,7 Prozent). Im Bereich der CyberkriminalitĂ€t ĂŒbersteigt die Anzahl der Auslandstaten bereits die der Inlandstaten.
Nach den Ergebnissen der Dunkelfeldstudie SKiD war bereits jede fĂŒnfte Person Opfer von Delikten aus dem Bereich der CyberkriminalitĂ€t. Datenmissbrauch sowie Waren- und Dienstleistungsbetrug im Internet sind dabei die hĂ€ufigsten Delikte, die auch im Vergleich zur vorherigen Erhebung 2020 signifikant zugenommen haben. Mit der zunehmenden Betroffenheit fĂŒrchtet mittlerweile mehr als jeder Zweite, Opfer von Betrug im Internet zu werden.
Die Ergebnisse der Dunkelfeldstudie SKiD zeigen, dass das SicherheitsgefĂŒhl in der Bevölkerung grundsĂ€tzlich hoch ist. Bezogen auf die Wohngegend hat es sich nachts gegenĂŒber 2020 leicht erhöht (+2,0 Prozentpunkte auf 74,0 Prozent). Rund 45 Prozent der Menschen fĂŒhlen sich jedoch nachts besonders im Ăffentlichen Nahverkehr (ĂPNV) unsicher. Noch geringer ausgeprĂ€gt ist das Sicherheitsempfinden an Bahnhöfen (27,0 Prozent), öffentlichen StraĂen, Wegen und PlĂ€tzen (40,1 Prozent) sowie Parks (22,8 Prozent).
