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Prien will MĂ€nnerministerin werden

Veröffentlicht am: 06.03.2026 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Frauenministerin Karin Prien (CDU) will MĂ€nner in den Namen ihres Ministeriums aufnehmen.

Karin Prien am 05.03.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Karin Prien am 05.03.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Ich hĂ€tte jedenfalls nichts dagegen, auch MĂ€nnerministerin zu sein", sagte die Bundesministerin fĂŒr Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben).

Vor 40 Jahren sei es ein Meilenstein gewesen, Frauen in den Namen des Ministeriums aufzunehmen. "Heute geht es auch um die Sichtbarkeit von MÀnnern in ihren besonderen Bedarfslagen. Vielleicht gehören sie daher in den Namen dieses Ministeriums - in jedem Fall will ich mich ihren Belangen auch widmen, da gelingende Gleichstellungspolitik Frauen und MÀnner adressiert."

ZurĂŒckhaltender Ă€ußerte sich Prien auf die Frage, ob der am 8. MĂ€rz stattfindende internationale Frauentag in Gleichstellungstag umbenannt werden sollte. "Das ist ein historisch gewachsener Begriff. Um den zu Ă€ndern, mĂŒsste ich Mitstreiterinnen und Mitstreiter finden", sagte sie. "FĂŒr mich ist klar, dass wir mehr den Blick auf MĂ€nner legen mĂŒssen."

Die Ministerin sagte: "Wir sehen seit einigen Jahren sehr deutlich, dass bestimmte Gruppen von Jungen uns entgleiten - im Analogen wie im Digitalen. Jungs brechen hĂ€ufiger die Schule ab, erzielen im Schnitt schlechtere AbschlĂŒsse, sind öfter von Förderbedarfen betroffen. In vielen Bildungsetappen liegen junge Frauen inzwischen vorn. Ein Teil der Jungen wĂ€chst in Online-RĂ€umen auf, die problematische Botschaften verstĂ€rken, alte Rollenmuster neu verpacken." Diese Narrative wirkten gerade auf verunsicherte Jungen attraktiv.

Aus verstĂ€ndlichen GrĂŒnden habe man sich in den letzten Jahren vor allem mit den BedĂŒrfnissen von MĂ€dchen beschĂ€ftigt, sagte Prien. "Jetzt gilt es, den Blick zu weiten. Wir mĂŒssen, ohne die MĂ€dchen aus dem Blick zu verlieren, mehr auf die Jungs gucken. Sonst bekommen wir ZustĂ€nde wie in Großbritannien oder den USA, wo manche bereits von einer verlorenen MĂ€nnergeneration sprechen - jungen MĂ€nnern mit geringerer Bildung, schlechteren Aufstiegschancen und wachsender Entfremdung."

Prien warnte davor, den Frauentag nach dem Vorbild Berlins zum gesetzlichen Feiertag zu machen. "Wir mĂŒssen uns Sorgen um die deutsche WettbewerbsfĂ€higkeit machen. Da brauchen wir keine weiteren Feiertage", sagte sie. "Den Frauentag können Frauen wie MĂ€nner ja dennoch feierlich oder kĂ€mpferisch begehen."

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