Arbeitsmarkt, Asyl

Grenzkontrollen: Polizei hĂ€uft 300.000 zusĂ€tzliche Überstunden an

23.09.2025 - 15:49:17

Die intensivierten Grenzkontrollen seit 8. Mai 2025 belasten die Bundespolizei enorm.

Das zeigen neue Zahlen der Bundesregierung auf eine Anfrage der GrĂŒnen-Fraktion, ĂŒber die die "Welt" (Mittwochausgabe) berichtet. Demnach hat die Bundespolizei mit Stand Ende August 2025 rund 2,7 Millionen Überstunden angehĂ€uft. Die Zahl wuchs seit der Anordnung von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), auch zurĂŒckzuweisen, wenn Menschen Asyl beantragen, um beinahe 300.000 Stunden an (April 2025: 2,42 Millionen Überstunden, September 2024: 2,31 Millionen).

Gleichzeitig betrugen die Kosten fĂŒr die Mehrarbeiten und die Unterbringung und Verpflegung der Beamten von April bis Ende Juni insgesamt rund 29 Millionen Euro. Dem hohen Aufwand steht eine niedrige dreistellige Zahl von ZurĂŒckweisungen von Asylsuchenden gegenĂŒber. "Die Bundespolizei hat bis einschließlich 22. September 2025 14.660 ZurĂŒckweisungen vorgenommen, davon rund 783 Menschen von nicht-vulnerablen asylsuchenden Drittstaatsangehörigen", teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit. Als "nicht-vulnerable asylsuchende Drittstaatsangehörige" versteht das Ministerium Asylsuchende, die nicht zur besonders geschĂŒtzten Gruppe von Kindern, Schwangeren oder Erkrankten gehören. Von den GrĂŒnen kam Kritik. "Überstundenberge, massenhafte KrankheitsausfĂ€lle und astronomische Kosten fĂŒr symbolische Grenzkontrollen: Das ist die desaströse Bilanz im Bereich der Bundespolizei in der Verantwortung von Bundesinnenminister Dobrindt", sagte die Innenpolitikerin Irene Mihalic, parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der GrĂŒnen-Bundestagsfraktion, der Zeitung. "Diese Grenzkontrollen bringen die Bundespolizei bis an ihre Belastungsgrenze und darĂŒber hinaus." Sven HĂŒber, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), kritisierte die aktuelle Arbeitsbelastung. Die Anzahl der ZurĂŒckweisungen an den deutschen Binnengrenzen und die Zahl der eingesetzten Polizeibeamten stehe "erkennbar in einem groben MissverhĂ€ltnis von Aufwand und Nutzen", sagte der Bundespolizist. "Die operativen Einheiten der Bundespolizei ertrinken förmlich in Mehrarbeit." Der stellvertretende Bundesvorsitzende der unionsnahen Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Heiko Teggatz, setzte andere PrioritĂ€ten. "Die Belastung der EinsatzkrĂ€fte ist weiterhin hoch, aber derzeit sind die Grenzkontrollen fĂŒr die Bundespolizei noch durchfĂŒhrbar - und notwendig." Entscheidend sei, dass durch die verstĂ€rkten Grenzkontrollen die illegale Migration nach Deutschland spĂŒrbar zurĂŒckgegangen sei.

@ dts-nachrichtenagentur.de