80 Jahre nach Kriegsende: Verfolgung von NS-StraftÀtern endet bald
30.03.2025 - 01:00:00Der Zentralen Stelle blieben also realistischerweise nur noch wenige Jahre, um TĂ€ter aufzuspĂŒren. Derzeit fĂŒhre die Behörde aus Ludwigsburg auch kein konkretes Vorermittlungsverfahren, sagte Will. "Das kann sich aber immer schnell Ă€ndern", so der Oberstaatsanwalt. "Das Deutsche Reich und die besetzen LĂ€nder waren durchzogen von einem Netz an Konzentrationslagern. Ăberall dort waren mögliche TĂ€ter oder Gehilfen im Einsatz, alleine in Auschwitz viele Tausende." FĂŒr jedes Lager habe seine Behörde DatensĂ€tze zu Personen, die noch nicht ausfindig gemacht werden konnten. Will sagte: "Sollten wir sie noch finden, dann sind wir jedenfalls theoretisch, wenn auch in dieser Höhe unwahrscheinlich, schnell bei dutzenden von weiteren Verfahren." Die Zentrale Stelle fĂŒhrt Vorermittlungen durch und ĂŒbergibt die Ergebnisse an zustĂ€ndige Staatsanwaltschaften in den BundeslĂ€ndern. Wie die NOZ weiter berichtet, gibt es derzeit nur eine offene Anklage bundesweit: Angeschuldigt ist ein Greis, dem Beihilfe zum Mord in 3.322 FĂ€llen im Konzentrationslager Sachsenhausen vorgeworfen wird. Das Landgericht Hanau erklĂ€rte den Senior auf Basis eines Gutachtens fĂŒr nicht verhandlungsfĂ€hig. Das Oberlandesgericht Frankfurt verwarf die Nichtzulassung und forderte NachprĂŒfungen. Diese dauern an. Es sei "nicht ganz kurzfristig" mit einer Entscheidung zu rechnen, teilte ein Justizsprecher der NOZ mit. In einem weiteren Fall in Berlin gegen einen frĂŒheren WĂ€chter eines Strafgefangenenlagers kommt es definitiv zu keinem Prozess mehr. Der Mann sei Ende vergangenen Jahres gestorben und das Verfahren eingestellt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin der NOZ mit. Dem Mann war Beihilfe zum Mord in 809 FĂ€llen vorgeworfen worden.


