NiederlĂ€ndische TĂ€ter nutzen deutsche Schlupflöcher fĂŒr SprengsĂ€tze
15.07.2025 - 06:59:26So fanden RTL Nieuws und die FAZ im Grenzgebiet mindestens sieben HĂ€ndler, die in den Niederlanden einschlĂ€gig vorbestraft sind und deshalb in Deutschland eigentlich nicht mit professioneller Pyrotechnik handeln dĂŒrften. Tolga Koklu, Polizeichef in Rotterdam und zustĂ€ndig fĂŒr Sprengstoffattacken, sagte den Medien: "Uns liegen Erkenntnisse vor, dass der legale und der illegale Feuerwerkshandel Hand in Hand gehen." AuĂerdem fĂŒgte er hinzu: "Ich möchte die deutsche Polizei ernsthaft warnen: Wir mĂŒssen in Europa zusammenarbeiten und alle KrĂ€fte mobilisieren, damit es in anderen LĂ€ndern nicht zu diesem AusmaĂ an Explosionen kommt wie bei uns." Im vergangenen Jahr zĂ€hlte die niederlĂ€ndische Polizei mehr als 1.100 SprengstoffanschlĂ€ge mit teils tödlichen Folgen. Auch bei Geldautomatensprengungen in Deutschland nutzen die ĂŒberwiegend niederlĂ€ndischen TĂ€ter SprengsĂ€tze, die Pulver aus Feuerwerkskörpern enthalten. AuĂerdem kamen bei einer Anschlagsserie im kriminellen Milieu in Nordrhein-Westfalen 2024 entsprechende Böller zum Einsatz. Auch die deutsche Polizei hat das Thema deshalb im Fokus. "Von den verwendeten Festsprengstoffen gehen massive Gefahren aus, die erhebliche Personen- und SachschĂ€den nach sich ziehen können. Daher wird dem Thema ein hoher Stellenwert beigemessen", sagte Thorsten Massinger, PrĂ€sident des Landeskriminalamts Niedersachsen, RTL Nieuws und der FAZ. Allerdings sei es schwierig, "ErmittlungsansĂ€tze zu generieren". Aufgrund der Gesetzeslage fĂ€llt es deutschen Polizisten und StaatsanwĂ€lten, auch das zeigen die Recherchen, hĂ€ufig schwer, ĂŒberhaupt einen Anfangsverdacht fĂŒr eine Straftat zu finden, der die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens rechtfertigt. Verdeckte MaĂnahmen wie das Abhören von Telefonen sind im Kampf gegen illegalen Feuerwerkshandel in Deutschland bislang nicht möglich. Anfang Juli hat das schwarz-rote Kabinett eine GesetzesĂ€nderung beschlossen, die dieses Problem beheben soll. Ermittler kritisierten den Entwurf allerdings als unzureichend. "Es wird hier an einer Stellschraube gedreht, da an einer Stellschraube gedreht", sagte eine StaatsanwĂ€ltin, die sich tief in das Thema eingearbeitet hat. "Statt sich das Ganze einmal anzuschauen und anzuerkennen: So, wie es bisher ist, ist es total untauglich."


