Behörden nach tödlicher Messerattacke in Berlin unter Druck
20.04.2025 - 09:30:29Dennoch reagierten die zustĂ€ndigen sozialpsychiatrischen Dienste nicht. In einem Bericht des Berliner Staatsschutzes hieĂ es laut der "Welt", es gebe "konkrete Hinweise auf eine akute Eigen- und FremdgefĂ€hrdung". Die Polizei beschrieb S. als impulsiv, gewaltbereit und aggressiv gegenĂŒber staatlichen AutoritĂ€ten. Hinweise auf eine islamistische Gesinnung wurden geprĂŒft, aber nicht bestĂ€tigt. Dominique Krössin, BezirksstadtrĂ€tin fĂŒr Soziales und Gesundheit in Pankow, bestĂ€tigte auf Nachfrage der Zeitung, dass der Hinweis der Polizei aus dem vergangenen Jahr bekannt sei. Man prĂŒfe derzeit, was mit dem Schreiben geschehen ist. In Steglitz-Zehlendorf erklĂ€rte BezirksstadtrĂ€tin Carolina Böhm, dass dem dortigen sozialpsychiatrischen Dienst das Schreiben ebenfalls vorliege. Einen Kontakt zu Shadi S. habe es aber nie gegeben. Warum nicht, konnten weder Böhm noch Krossin auf Nachfrage sagen. Trotz mehrfacher Vorstrafen - unter anderem wegen Körperverletzung, Bedrohung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte - war Shadi S. zum Tatzeitpunkt auf freiem FuĂ. Bereits 2022 hatte er in Chemnitz seine Schwester mit einem Messer verletzt und einen Polizisten attackiert. Das Landgericht Chemnitz verhĂ€ngte eine BewĂ€hrungsstrafe. Im Dezember 2024 beantragte die Staatsanwaltschaft Chemnitz den Widerruf der BewĂ€hrung und einen Sicherungshaftbefehl. Der Antrag traf jedoch erst im MĂ€rz 2025 beim Landgericht Berlin ein - wenige Wochen vor dem tödlichen Angriff. Am 12. April griff Shadi S. in einer U-Bahn der Linie U2 den 29-jĂ€hrigen Steve H. mit einem KĂŒchenmesser an. Das Opfer starb spĂ€ter an seinen Verletzungen. S. wurde bei der Flucht von Polizisten angeschossen und erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der Berliner Senat kĂŒndigte inzwischen als Reaktion ein Waffen- und Messerverbot im gesamten öffentlichen Nahverkehr an.


