HĂ€usliche Gewalt bleibt meist ohne juristische Folgen
09.03.2024 - 09:04:47Auch unterscheide die Statistik nicht, ob sich etwaige Anordnungen gegen MĂ€nner oder Frauen richteten. Damit haben weniger als ein Drittel der registrierten FĂ€lle juristische Konsequenzen. Denn die Zahl der vom Bundesamt fĂŒr Justiz erfassten erledigten Gerichtsverfahren war ĂŒber die vergangenen Jahre relativ konstant. Das Bundeskriminalamt hatte hingegen fĂŒr 2022 genau 157.550 FĂ€lle hĂ€uslicher Gewalt erfasst, also mehr als das Dreifache. Das waren im Schnitt 432 FĂ€lle am Tag und entsprach einem Zuwachs von 9,4 Prozent. Rund 80 Prozent der Betroffenen waren den Angaben zufolge Frauen, 78 Prozent der TatverdĂ€chtigen MĂ€nner. 40 Prozent der TĂ€ter waren ehemalige Partner, 60 Prozent aktuelle Partner. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte im vorigen Jahr gefordert: "GewalttĂ€ter dĂŒrfen nicht schnell wieder vom Radar verschwinden. Sie mĂŒssen nach dem ersten gewaltsamen Ăbergriff aus der Wohnung verwiesen werden."


