Zahl, Drogentoten

Zahl der Drogentoten auch 2024 auf hohem Niveau

07.07.2025 - 13:14:36

Im Jahr 2024 sind in Deutschland 2.137 Menschen an den Folgen ihres Konsums illegaler Drogen verstorben.

Das seien nur 90 FĂ€lle weniger als im Vorjahr und daher weiterhin ein sehr hoher Wert, teilte der Beauftragte der Bundesregierung fĂŒr Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck, am Montag mit. Demnach zeichnet sich ein besorgniserregender Anstieg der TodesfĂ€lle bei jungen Konsumenten unter 30 Jahren von 14 Prozent ab, ein sprunghafter Zuwachs an TodesfĂ€llen in Verbindung mit synthetischen Opioiden und neuen psychoaktiven Stoffen sowie eine wachsende Zahl von Mischkonsumenten. Die Dynamik auf dem Drogenmarkt nehme gefĂ€hrlich Fahrt auf, sagte Streeck. "Wir erleben eine quasi pandemische Dynamik, die wir schon kennen: Einzelne AusbrĂŒche, neue Substanzen, schnelle Verbreitung, lĂŒckenhafte Datenlage - und ein System, das zu trĂ€ge ist, um rechtzeitig zu reagieren", so Streeck.

"Wenn wir nicht aufpassen, verschĂ€rft sich diese Entwicklung in wenigen Jahren zu einer Krise mit massiven gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen." Besonders dramatisch sei, dass bei Verstorbenen noch nie so viele unterschiedliche Substanzen toxikologisch nachgewiesen worden seien wie im vergangenen Jahr. Noch nie sei Mischkonsum so prĂ€valent gewesen - und noch nie seien synthetische Opioide wie etwa Fentanyl bei so vielen TodesfĂ€llen gefunden worden (342 FĂ€lle, rund 16 Prozent). Die Zahl der TodesfĂ€lle, an denen andere neue psychoaktive Stoffe beteiligt waren, stieg um mehr als 70 Prozent auf 154. Dies deckt sich mit internationalen Erkenntnissen - insbesondere in Nordamerika. "Wir dĂŒrfen nicht dieselben Fehler machen wie bei der Pandemie: zu spĂ€t Daten erheben, zu spĂ€t reagieren, zu lange auf Sicht fahren", so Streeck. "Wir brauchen ein systematisches, flĂ€chendeckendes Monitoring- und Warnsystem, das schnell erkennt, welche Substanzen auf dem Markt zirkulieren und wie Ă€rztliches und sozialdienstliches Personal bestmöglich helfen können."

@ dts-nachrichtenagentur.de