Deutlich weniger UnfÀlle mit wassergefÀhrdenden Stoffen
04.11.2025 - 08:06:24Starke Schwankungen in der Zeitreihe sind nicht ungewöhnlich, da die ausgetretenen und in der Umwelt verbliebenen Schadstoffmengen von der Art und Schwere der UnfĂ€lle abhĂ€ngig sind. Rund ein Drittel der im Jahr 2024 freigesetzten Schadstoffe gehen auf nur zwei UnfĂ€lle zurĂŒck. Die Gesamtzahl der UnfĂ€lle mit wassergefĂ€hrdenden Stoffen sank mit 1.542 um 17,8 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr und bestĂ€tigt damit den AbwĂ€rtstrend bei den Unfallzahlen. WassergefĂ€hrdende Stoffe werden nach ihrem Schadenspotenzial als "allgemein wassergefĂ€hrdend" deklariert oder in eine von drei WassergefĂ€hrdungsklassen (WGK) eingeteilt. Unter den im Jahr 2024 insgesamt 2,0 Millionen Litern dauerhaft in der Umwelt verbliebenen Schadstoffen entfiel der gröĂte Anteil mit 1,6 Millionen Litern (78,9 Prozent) auf "allgemein wassergefĂ€hrdende" Stoffe. Mit 1,4 Millionen Litern waren das insbesondere Jauche, GĂŒlle und Silagesickersaft. 42.100 Liter (2,1 Prozent) bei UnfĂ€llen ausgetretene "schwach wassergefĂ€hrdende" Stoffe (WGK 1) konnten nicht wiedergewonnen werden. Zu dieser WassergefĂ€hrdungsklasse zĂ€hlen Stoffe wie zum Beispiel Ethanol oder Natronlauge. Weitere 259.000 Liter (13,0 Prozent) in der Umwelt verbliebene Schadstoffe waren "deutlich wassergefĂ€hrdende" Stoffe (WGK 2). In dieser Kategorie sind Mineralölprodukte wie Heizöl oder Dieselkraftstoff eingruppiert. Die gefĂ€hrlichsten Stoffe sind die "stark wassergefĂ€hrdenden" Stoffe (WGK 3), darunter beispielsweise Quecksilber oder Benzin. Im Jahr 2024 konnten 41.800 Liter (2,1 Prozent) solcher Schadstoffe nicht wiedergewonnen werden und verblieben mit potenziellen SchĂ€den in der Umwelt. Die restlichen Stoffmengen (3,9 Prozent) konnten nicht eingestuft werden. Im Jahr 2024 ereigneten sich 610 UnfĂ€lle, bei denen mindestens ein GewĂ€sser direkt von freigesetzten Schadstoffen verunreinigt worden ist, so das Bundesamt weiter. In 359 FĂ€llen gelangten Schadstoffe in ein OberflĂ€chengewĂ€sser, beispielsweise einen Fluss oder einen See. In 321 FĂ€llen war die Kanalisation betroffen. Insgesamt 35 Mal wurde das Grundwasser verunreinigt und in drei FĂ€llen unmittelbar die Wasserversorgung. Insgesamt wurde demnach durch 610 UnfĂ€lle 718 Mal ein GewĂ€sser verunreinigt, da bei 107 UnfĂ€llen mehrere GewĂ€sserarten gleichzeitig betroffen waren.


