Immer mehr Menschen mit Diagnose Autismus in NRW
08.04.2026 - 08:05:03 | dts-nachrichtenagentur.deDeren Statistiken zufolge haben Ărzte im Jahr 2015 noch in 10.401 FĂ€llen Patienten im Alter von 0 bis 15 Jahren mit FrĂŒhkindlichem Autismus, Atypischem Autismus oder Asperger-Syndrom behandelt. 2020 waren es 19.143, und im Jahr 2025 wurden 38.661 FĂ€lle erfasst. In der Altersgruppe der 16- bis 49-JĂ€hrigen wuchs die Zahl von 8921 Patienten im Jahr 2015 auf 36.347 im Jahr 2025.
"Unsere Fachleute sagen dazu, dass es fĂŒr den Anstieg zunĂ€chst keine wirklich medizinisch / wissenschaftlich belegbaren GrĂŒnde gibt", ordnete die KassenĂ€rztlichen Vereinigung Nordrhein die Entwicklung gegenĂŒber der "Rheinischen Post" ein. Die Vereinigung verwies darauf, dass die Medizin fĂŒr das Krankheitsbild sensibler geworden zu sein scheine und Forschung und Diagnosekriterien sich weiterentwickelt hĂ€tten. Demnach muss der Anstieg der Zahlen keineswegs bedeuten, dass es tatsĂ€chlich mehr Betroffene gibt, sondern, dass die Diagnose hĂ€ufiger gestellt wird.
"Man schaut viel genauer hin", sagte dazu Michael Achenbach vom Berufsverband der Kinder- und JugendĂ€rzte Westfalen-Lippe gegenĂŒber der "Rheinischen Post". "Es gibt bessere Screenings, es gibt bessere Ambulanzen. Betroffene werden frĂŒher diagnostiziert - und wenn ich einen Patienten mit zwei oder drei Jahren diagnostiziere, ist er lĂ€nger in der Statistik. Die frĂŒhere Diagnose macht sicher einen groĂen Teil des Anstiegs aus."
Vor allem bei leichtem Krankheitsbild seien autistische Störungen frĂŒher oft gar nicht oder falsch bestimmt worden, heute gebe es bessere Leitlinien fĂŒr die Diagnose. Achenbach vermutet zudem einen sozialen Effekt: "Es gibt mehr Wissen ĂŒber Autismus in der Bevölkerung. Dadurch ist die Stigmatisierung zurĂŒckgegangen." Das wiederum mache es Ărzten und Eltern leichter, den Befund zu akzeptieren.

