Finanzausgleich, Schneider

Finanzausgleich: Schneider wirft Söder Erpressungsmethoden vor

19.02.2025 - 17:20:42

In der Debatte um den Finanzausgleich der LÀnder hat der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider (SPD), Bayerns MinisterprÀsident Markus Söder (CSU) scharf kritisiert.

"Bayern agiert immer gleich: Söder beschließt den LĂ€nderfinanzausgleich mit und beschwert sich hinterher darĂŒber", sagte Schneider dem Nachrichtenportal "T-Online" am Mittwoch. "Mit seinen Erpressungsmethoden haben Söder und die Union bereits den alten LĂ€nderfinanzausgleich zerstört." Dabei begĂŒnstige das jetzige System LĂ€nder mit steuerstarken Kommunen, da die Gemeindefinanzkraft nur zu 75 Prozent und nicht zu 100 Prozent berĂŒcksichtigt werde, so Schneider.

Der neue Mechanismus heißt offiziell Finanzkraftausgleich und wurde 2020 eingefĂŒhrt. Schon damals hĂ€tten GeberlĂ€nder wie Bayern von der Umstellung profitiert, argumentierte Schneider. Das Finanzausgleichssystem sei Ausdruck eines "solidarischen Bundesstaats" und halte das Land zusammen. "Jeder Mensch in Deutschland hat das Recht auf eine gute Schulbildung und innere Sicherheit - unabhĂ€ngig davon, ob er in der Uckermark oder in MĂŒnchen lebt", sagte der SPD-Politiker. Der Erfurter Bundestagsabgeordnete erinnert zudem daran, dass die FinanzschwĂ€che der ostdeutschen BundeslĂ€nder eine Folge der deutschen Teilung sei. Anders als frĂŒher gebe es im Osten kaum große Konzernzentralen und dementsprechend geringere Einnahmen durch die Körperschaftssteuer. Das solidarische Ausgleichssystem habe sich bewĂ€hrt und mĂŒsse bestehen bleiben, forderte Schneider. "Wir brauchen Zusammenhalt statt Egoismus."

@ dts-nachrichtenagentur.de