VKU-Umfrage, Hallenbad

VKU-Umfrage: Mehr als jedes zweite Hallenbad muss saniert werden

04.09.2025 - 07:13:18

In Deutschland befinden sich viele HallenbÀder in einem besorgniserregenden Zustand.

Das geht aus einer neuen Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) unter mehr als 113 Betreibern kommunaler BĂ€der mit 124 HallenbĂ€dern in ganz Deutschland hervor, ĂŒber die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Demnach sind 52 Prozent der HallenbĂ€der in Deutschland umfassend sanierungsbedĂŒrftig. Nur jedes fĂŒnfte Bad (18 Prozent) ist frisch saniert. 59 Prozent der Badbetreiber gaben an, sich mit Hindernissen konfrontiert zu sehen: GrĂ¶ĂŸtes Hindernis ist die Finanzierung.

Der hohe Finanzierungsbedarf fĂŒr Sanierungen trifft auf unzureichende und unpassende Fördermittel (83 Prozent) und gestiegene Zinsen (71 Prozent). Hinzu kommen hohe Baukosten (79 Prozent). "Sanierungen sind elementar fĂŒr den Erhalt unserer HallenbĂ€der in Stadt und Land. Der umfassende Sanierungsbedarf ist ein Weckruf an Bund und LĂ€nder, fĂŒr bessere und besser ausgestattete Förderprogramme zu sorgen, damit fĂŒr Betreiber die Finanzierung ihrer Sanierungsvorhaben leichter wird", sagte Ingbert Liebing, VKU-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Als ein Beispiel fĂŒr inhaltlichen Verbesserungsbedarf nannte der VKU das Förderprogramm Sport, Jugend, Kultur (SJK), das sich zum Beispiel bislang eher an Leuchtturmprojekte richte, statt an finanziell schwache Kommunen, die eigentlich vorrangig UnterstĂŒtzung benötigten. "Es ist besser, Hunderte einfache BĂ€der zu sanieren und zu erhalten als zehn neue HochglanzbĂ€der zu bauen", forderte VKU-Chef Liebing. Sanierungen dienen dem Erhalt der BĂ€der in Stadt und Land, hieß es vom VKU. "Nur Sanierungen verhindern dauerhafte Schließungen. Der Erhalt unserer kommunalen BĂ€der ist die zentrale Voraussetzung, um wieder ein Land von sicheren Schwimmern zu werden", erklĂ€rte Liebing. Den VKU-Zahlen zufolge habe der schlechte Zustand vieler HallenbĂ€der schon heute Einfluss auf das Schwimmenlernen. So geben 79 Prozent der Badbetreiber an, dass Kinder heute schlechter schwimmen können als vor zehn Jahren. 68 Prozent konstatieren, dass Kinder heute zudem spĂ€ter schwimmen lernen. Der Befragung zufolge bieten 99 Prozent der Badbetreiber KapazitĂ€ten fĂŒr das Kita- und Schulschwimmen an. Zwar ist die Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit mit Land und Kommunen groß, doch mehr als die HĂ€lfte der Badbetreiber sieht Verbesserungsbedarf beim Schulschwimmen (52 Prozent). "Die Sanierungen der BĂ€der ist auch mit Blick auf die Sicherung des Angebots fĂŒr das Schulschwimmen dringend erforderlich. Hier trifft eine hohe Nachfrage nach Bahnen auf wenig KapazitĂ€ten und zu geringe Entgelte. Jedes Hallenbad zĂ€hlt", sagte VKU-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Liebing. 75 Prozent der Badbetreiber schlagen laut der Befragung daher höhere Entgelte fĂŒr das Schulschwimmen vor. 42 Prozent empfehlen außerdem eine frĂŒhere Schwimm-"Einschulung", zum Beispiel schon in der Kita. "Sinnvoll wĂ€re auch, wenn Schulen flexibler bei der Gestaltung der StundenplĂ€ne wĂ€ren und mehr Zeit einrĂ€umen wĂŒrden - An- und Abreise knabbern den eigentlichen Schwimmunterricht unnötig an", hieß es vom VKU. Ein großes Problem sei in der Praxis auch, dass StundenausfĂ€lle nicht rechtzeitig kommuniziert wĂŒrden.

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