LĂ€nder, Klingbeils LĂ€nder kritisieren Klingbeils Vorgaben fĂŒr Sondervermögenverteilung
13.06.2025 - 13:50:28
Mehrere Finanzminister der LĂ€nder haben die geplanten gesetzlichen Bundesvorgaben fĂŒr die Verteilung der 100 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen kritisiert.
"Die Festlegung einer Quote fĂŒr kommunale Investitionen sollte den LĂ€ndern vorbehalten bleiben, denn die LĂ€nder kennen die spezifischen Herausforderungen, Investitionsbedarfe und Strukturen ihrer StĂ€dte und Gemeinden wie auch des Landes besser", sagte Silke Schneider (GrĂŒne), Finanzministerin in Schleswig-Holstein, dem "Tagesspiegel". Zudem seien auch aus verfassungsrechtlicher Sicht die LĂ€nder zustĂ€ndig.
Wegen der SteuerausfĂ€lle aus Klingbeils Investitionssofortprogramm drĂ€ngt sie auĂerdem auf Ausgleichszahlungen des Bundes. "Der Bund muss die LĂ€nder und Kommunen bei seinen Planungen stĂ€rker im Blick haben und sich an seinen eigenen Koalitionsvertrag halten", sagte Schneider: "Das Land kann zusĂ€tzliche Aufgaben sowie steuerliche AusfĂ€lle, die auf Entscheidungen des Bundes zurĂŒckzufĂŒhren sind, nicht kompensieren."
Berlins Finanzsenator Ă€uĂerte sich Ă€hnlich.
"Insbesondere solchen MaĂnahmen, die unsere Einnahmen weiter verringern, wird das Land Berlin nicht ohne weiteres zustimmen können", sagte der CDU-Politiker Stefan Evers dem "Tagesspiegel". "Das Land Berlin erwartet, dass der Bund von ihm zu verantwortende Belastungen endlich dauerhaft und dynamisch ausgleicht."
Neben der 60-Prozent-Quote fĂŒr kommunale Investitionen, sollen zudem laut Klingbeils Gesetzesentwurf nur zusĂ€tzliche Investitionen gefördert werden. "Dass die Mittel fĂŒr zusĂ€tzliche Investitionen verwendet werden, ist sehr wichtig, damit sie ihre positive Wirkung auch entfalten", sagte Baden-WĂŒrttembergs Finanzminister Danyal Bayaz (GrĂŒne) dem "Tagesspiegel": "Eine andere Frage ist, ob sehr detaillierte und bĂŒrokratische Vorgaben des Bundes zur Umsetzung dieses Zieles praktikabel und sinnvoll sind. Da habe ich erhebliche Zweifel."