Analyse: Compact profitiert von Verbotsverfahren
24.06.2025 - 01:00:00Das Wachstum auf der Plattform X, frĂŒher Twitter, hat sich laut der Jenaer Wissenschaftler sogar vervierfacht. Starke ZuwĂ€chse gab es demnach auch bei der Videoplattform YouTube. IDZ-Mitarbeiterin Franziska Martini sagte: "Der Telegram-Kanal von Compact hatte nach dem kurzzeitigen Verbot 2024 den stĂ€rksten Zuwachs an Abonnenten zu verzeichnen." Das deute darauf hin, dass Nutzer bei Verboten und Sperrungen gezielt nach Alternativen suchen, um an Inhalte zu gelangen, sagte Martini. "Compact ist ein wichtiges Bindeglied zwischen verschiedenen Milieus am rechten Rand. Das sehen wir daran, dass Inhalte von populistischen bis hin zu verschwörungsideologischen Gruppen rezipiert werden." Zwei Tage lang hat das Bundesverwaltungsgericht Anfang Juni ĂŒber das rechtsextremistische Compact-Magazin verhandelt - am Dienstag will es in Leipzig sein Urteil fĂ€llen. Entschieden wird, ob das im Juli 2024 vom Bundesinnenministerium ausgesprochene Verbot der Compact-Magazin GmbH bestehen bleibt. Diese gibt nicht nur das Magazin heraus, sondern betreibt auch einen Kanal etwa auf der Videoplattform YouTube. In einem vom KlĂ€ger angestrengten Eilverfahren hatte das Bundesverwaltungsgericht das Verbot im August 2024 zunĂ€chst teilweise und vorlĂ€ufig auĂer Vollzug gesetzt (BVerwG 6 VR 1.24). Grund waren vor allem Zweifel an der VerhĂ€ltnismĂ€Ăigkeit. Damit konnte das Blatt vorerst wieder erscheinen.


