Spahn, Kenntnisse

Spahn: Keine Kenntnisse ĂŒber BND-EinschĂ€tzung zu Corona-Pandemie

13.03.2025 - 19:41:51

Nach Medienberichten ĂŒber die EinschĂ€tzung des Bundesnachrichtendienstes, dass die Corona-Pandemie wohl auf einen Laborunfall zurĂŒckzufĂŒhren sei, hat der frĂŒhere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine frĂŒhere Kenntnis der BND-Bewertung ausgeschlossen.

"Zu den jetzt veröffentlichten Berichten ĂŒber mögliche nachrichtendienstliche Erkenntnisse hatte und hat Herr Spahn jenseits der aktuellen Berichterstattung keine Kenntnisse", teilte ein Sprecher des AbgeordnetenbĂŒros von Spahn auf Anfrage der "Welt" (Freitagausgabe) mit. Die "Laborthese" sei seit Februar 2020 immer wieder öffentlich diskutiert worden. "Herr Spahn selbst rief China immer wieder zu Transparenz auf", so ein Pressesprecher. AfD-Chefin Alice Weidel sprach von einem "Skandal von enormer Tragweite".

Ihrer Ansicht nach sei "wider besseres Wissen" ein "falsches Narrativ verbreitet" und "Fakten unterdrĂŒckt" worden, um "extreme politische Maßnahmen" durchzusetzen. Weidel bekrĂ€ftigte ihre Forderung nach einem Corona-Untersuchungsausschuss im Bundestag. SPD-Fraktionsvize Ralf Stegner forderte ebenfalls AufklĂ€rung. "Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch auf umfassende Informationen", sagte er der Zeitung. "Es wĂ€re schon ein Problem, wenn solche Informationen gerade gegenĂŒber dem Parlamentarischen Kontrollgremium bewusst zurĂŒckgehalten worden wĂ€ren. Das mĂŒssen wir jetzt klĂ€ren." Es sei eigentlich immer strittig gewesen, woher das Virus stamme. "Es gab von Anfang an unterschiedliche Thesen. Aber es hat uns damals nicht so beschĂ€ftigt, weil in der Pandemie so viel zu bewĂ€ltigen war", so Stegner. Der GrĂŒnen-Abgeordnete Konstantin von Notz, Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums, schloss sich der Forderung nach AufklĂ€rung an. "Bundesregierung und Nachrichtendienste mĂŒssen dazu in den kommenden Tagen in den dafĂŒr vorgesehenen Gremien umfassend berichten, auch ĂŒber die ZeitablĂ€ufe und zur Frage, wer was wann wusste", sagte er der "Welt". Sollte sich bestĂ€tigen, dass die Pandemie menschengemacht sei, mĂŒsse sich an der Wahrnehmung der Katastrophe grundlegend etwas Ă€ndern. Eine "weitere AufklĂ€rung und Aufarbeitung" sei auch "mit Blick auf die teils drastischen EinschrĂ€nkungen von Grundrechten" wĂ€hrend der Corona-Pandemie "dringend nötig". Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek sagte auf Anfrage der Zeitung, die neuen Erkenntnisse machten "wieder mal sehr deutlich, dass diese Zeit endlich ordentlich aufgearbeitet werden muss". Das Parlamentarische Kontrollgremium hĂ€tte sich ihrer Ansicht nach schon 2020 mit den Erkenntnissen des BND befassen mĂŒssen. "Das muss nun nachgeholt werden." Noch-Parlamentarier Wolfgang Kubicki (FDP) sprach von einem Skandal. "Wissenschaftler, die sich von der offiziellen Linie der Bundesregierung gelöst und die Labortheorie vertreten haben, wurden öffentlich diffamiert und ausgegrenzt", behauptete er. "Die Menschen in Deutschland haben eine Entschuldigung der Bundesregierung verdient, dass diese Kenntnisse ĂŒber Jahre verschleiert und verleugnet wurden." Als Konsequenz verlangte Kubicki eine Entschuldigung der Bundesregierung, den RĂŒckzug aller damals verantwortlichen Politiker und die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses, notfalls eine Kommission durch den BundestagsprĂ€sidenten. Er forderte deshalb, dass sich der bisherige Gesundheitsminister Lauterbach "alsbald" aus der Politik zurĂŒckziehen mĂŒsse. "Wenn Menschen als Verschwörungstheoretiker bezeichnet werden, deren `Theorie` sich spĂ€ter als wahr herausstellt, dann muss man die eigentlichen `Schwurbler` in RegierungsĂ€mtern vermuten", so der scheidende VizeprĂ€sident des Bundestages. Beweise fĂŒr seine EinschĂ€tzung hat der BND bislang nicht vorgelegt.

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