MilitÀr

FallschirmjÀgertruppe wird nach Verfehlungen neu ausgerichtet

29.12.2025 - 06:30:00

Nach mehreren VorfĂ€llen von Rechtsextremismus und sexualisiertem Fehlverhalten in einem FallschirmjĂ€gerregiment hat die Bundeswehr weitreichende Konsequenzen fĂŒr die Luftlandetruppen insgesamt eingeleitet.

Das berichtet die FAZ. Im FallschirmjĂ€gerregiment 26 in ZweibrĂŒcken ermitteln demnach Staatsanwaltschaft, WehrdisziplinaranwĂ€lte und der MilitĂ€rische Abschirmdienst seit Monaten gegen Dutzende Beschuldigte. Die FĂŒhrung des Heeres und Generalinspekteur Carsten Breuer wurden hinzugezogen.

In den kommenden Tagen wird ein Bericht des Kommandeurs Feldheer erwartet. Ein "Aktionsplan Luftlandetruppe" ist nach Informationen der FAZ in Vorbereitung. Die Ermittlungen beziehen sich laut Zeitung auf mehr als 200 Einzeldelikte. Art und Zahl der VorfĂ€lle erinnern an die Skandale um das Kommando SpezialkrĂ€fte (KSK), welches vor vier Jahren grundlegenden VerĂ€nderungen unterworfen wurde. Zudem ist die Bundeswehr der Auffassung, dass schlechte FĂŒhrung, mangelhaftes WerteverstĂ€ndnis und eine frauenfeindliche Verbandskultur zu den ZustĂ€nden gefĂŒhrt haben, die der Kommandeur Feldheer, Generalleutnant Harald Gante, in der FAZ als "nicht hinnehmbar" bezeichnete. Gante sagte: "Als wir dahintergekommen sind, was in ZweibrĂŒcken vorgeht, waren wir schier sprachlos. Über die Ereignisse, aber auch ĂŒber die Art und Weise, wie man damit umgegangen ist. Im Heer gilt: Schlechte FĂŒhrung ist kein Dienstvergehen, wird aber nicht geduldet." Weiter sagte der Kommandeur Feldheer: "FĂŒr uns, und das unterscheidet uns ja von den russischen Soldaten, muss die Wertebindung die entscheidende Rolle spielen. Es reicht nicht aus, nur ein professioneller KĂ€mpfer zu sein. Und deswegen ist das schlicht und ergreifend nicht hinnehmbar. Als militĂ€rische Vorgesetzte mĂŒssen wir erzieherisch auf Menschen einwirken. Manchmal funktioniert das nicht mehr, dann muss man die Konsequenzen ziehen und sich voneinander trennen." Ausgehend von Meldungen an die Wehrbeauftragten des Bundestags hatten zunĂ€chst regionale Medien ĂŒber die VorfĂ€lle in ZweibrĂŒcken berichtet. Anfang Oktober wurde unvermittelt der bisherige Kommandeur des Regiments ersetzt. Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Henning Otte, sagte der Zeitung: "Derartige VorfĂ€lle erschĂŒttern das Vertrauen der Gesellschaft in die StreitkrĂ€fte und richten sich auch gegen die freiheitlich-demokratischen Grundwerte unseres Landes. Gleichwohl dĂŒrfen sie nicht zu Vorverurteilungen oder pauschalen Schuldzuweisungen fĂŒhren."

@ dts-nachrichtenagentur.de