Gesundheit

GMK-Vorsitzender warnt vor historischen KrankenkassenbeitrÀgen

25.03.2026 - 11:40:29 | dts-nachrichtenagentur.de

Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi warnt vor historisch hohen KrankenkassenbeitrÀgen, sollten die Ausgaben der Krankenkassen weiter steigen."Wir versuchen, auf der einen Seite Krankenversorgung zu organisieren, aber auf der anderen Seite auch die massiven Kostensteigerungen so zu regulieren, dass es nicht irgendwann KrankenkassenbeitrÀge von 20 oder 22 Prozent gibt", sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtenportal Politico.

Andreas Philippi (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Andreas Philippi (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Aktuell liegen die KrankenkassenbeitrÀge im Schnitt deutlich niedriger, bei 17,5 Prozent.

Philippi ist aktuell auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der LĂ€nder. Er forderte: "Die BeitrĂ€ge mĂŒssen stabil bleiben und irgendwann auch wieder ein bisschen sinken." Er begrĂŒĂŸe alles, was dazu beitrage, "den Menschen draußen klarzumachen, dass Politik die Herausforderungen ernst nimmt und angeht".

Die gesetzliche Krankenversicherung erwartet im kommenden Jahr ein Defizit von bis zu 14 Milliarden Euro. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die FinanzlĂŒcke durch Einsparungen ausgleichen, damit die BeitrĂ€ge stabil bleiben. Sollte ihr Vorhaben scheitern, mĂŒssten die Versicherten kĂŒnftig mehr zahlen.

Besonders die Ausgaben im Krankenhausbereich stiegen stark. Die Pflegepersonalkosten waren ein entscheidender Treiber: 2020 wurden diese aus den Fallpauschalen ausgegliedert und ĂŒber das Pflegebudget an die Versicherungen weitergegeben. Philippi fordert hier VerĂ€nderungen: "Das Pflegebudget war ursprĂŒnglich eine gute Idee, aber es haben sich seitdem viele Dinge verĂ€ndert", sagte er. "Wir brauchen eine neue Idee fĂŒr das Pflegebudget, um Pflegepersonal gezielt einzusetzen." Er wolle verhindern, "dass Pflegepersonal mehrheitlich fĂŒr logistische Dienste wie Bettentransport, Saubermachen, Desinfektion eingesetzt wird."

Versicherungen hatten KrankenhĂ€user kritisiert, dass sie PflegekrĂ€fte fachfremd einsetzen wĂŒrden, um dort Personal zu sparen. Die GehĂ€lter der PflegekrĂ€fte bekommen sie nĂ€mlich ĂŒber das Pflegebudget erstattet.

news | 68983242 |