EU, SAH

Haseloff stellt Pfad fĂŒr KlimaneutralitĂ€t bis 2045 infrage

24.09.2025 - 17:28:40

Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Reiner Haseloff (CDU) stellt den Zeitplan fĂŒr die Erreichung von KlimaneutralitĂ€t bis 2045 infrage.

"Ich glaube, dass dieses Ziel unter den jetzigen Bedingungen mit Ukraine-Krieg, Weltwirtschaftskrise, letztendlich auch der Wirtschaftspolitik von Amerika nicht zu erreichen ist - es sei denn unter Verlust von ganzen Industriezweigen oder wesentlichen Teilen davon", sagte er dem TV-Sender "Welt". Er forderte "eine Modifikation des bisherigen Fahrplans", ohne das grundsÀtzliche Ziel der KlimaneutralitÀt aufzugeben. "Wir brauchen einen anderen Pfad dorthin." Die schwarz-rote Koalition hatte 2021 das Ziel der KlimaneutralitÀt von 2050 auf 2045 vorgezogen, um einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nachzukommen.

Karlsruhe hatte mit Blick auf die Menge an CO2, die Deutschland zur Begrenzung der Erderhitzung auf 1,75 Grad bleibt, geurteilt, dass ein zu schneller Verbrauch dieses CO2-Budgets die Freiheiten zukĂŒnftiger Generationen zu sehr einschrĂ€nken wĂŒrden. Deutschland hĂ€tte demnach die Möglichkeit, auch spĂ€ter klimaneutral zu werden - wenn im Gegenzug schneller mehr CO2 eingespart wird. In einem Ă€hnlichen Urteil hat der EuropĂ€ische Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte 2024 ebenfalls ein CO2-Budget als Maßstab angelegt, das sich allerdings an der 1,5-Grad-Grenze orientiert und entsprechend kleiner ist. Haseloff will zudem den EuropĂ€ischen Emissionshandel begrenzen. "Wir mĂŒssen vor allen Dingen die energieintensive Industrie befreien von den Auflagen, die wir eingebaut haben, wie Zertifikatehandel und Ähnlichem", sagte er. Der CDU-Politiker nannte konkret die Bereiche Stahl, Grundstoffchemie, Automobilzulieferung und alle Arten der Metallverarbeitung. Bislang wĂŒrde die jĂ€hrliche Reduktion von CO2-Zertifikaten im Emissionshandel fĂŒr die Industrie (ETS-1) dafĂŒr sorgen, dass die Industrie bis 2040 emissionsfrei sein muss. Haseloff argumentierte, bei den hohen Energiepreisen stĂŒnden "gerade in Ostdeutschland unsere energieintensiven Unternehmen unter Druck, verlieren ihre MĂ€rkte, sind nicht wettbewerbsfĂ€hig". Dies fĂŒhre "sukzessive zu einer Deindustrialisierung, wenn wir nicht handeln". Haseloff stellte auch den bisherigen Fahrplan fĂŒr den Kohleausstieg zur Disposition. "Wir mĂŒssen sicherlich auch schauen, wie wir den Energiemix in den nĂ€chsten Jahren gestalten." In den nĂ€chsten Jahren wĂŒrden weitere Kohlekraftwerke vom Netz genommen. "Und darĂŒber mĂŒssen wir diskutieren. Wir brauchen Gaskraftwerke, gegebenenfalls aber auch eine Modifikation, was den Fahrplan beim Kohleausstieg anbelangt." Entscheidend sei, dass man bezahlbare Energie brauche. "Und die haben wir momentan nicht. Und deswegen wird das Wirtschaftswachstum auch nicht besser werden demnĂ€chst, wenn wir hier nicht eine ganz klare KursĂ€nderung herbeifĂŒhren", sagte er.

@ dts-nachrichtenagentur.de