Shopping-Center melden deutlichen Anstieg von Delikten
12.11.2025 - 05:00:00Demnach ist im Jahr 2024 die Zahl der VorfĂ€lle im Vergleich zu 2023 deutlich angestiegen. "Die an der Analyse beteiligten Unternehmen melden eine erhöhte Gefahrenlage durch die oben genannten Bedrohungsszenarien", heiĂt es in dem Lagebild. "Eine deutliche Zunahme der AggressivitĂ€t, der Anzahl der WiederholungstĂ€ter und ein steigender Anteil der TĂ€ter mit Migrationshintergrund ist zu verzeichnen." "Wir werden auch eine Abfrage fĂŒr das Jahr 2025 machen. Die ersten RĂŒckmeldungen, die wir aus dem Markt bekommen, zeigen, dass es noch schlimmer geworden ist als 2024", sagte GCSP-GeneralsekretĂ€r Ingmar Behrens der "Welt". Aus dem Lagebild lasse sich eine "gewisse reprĂ€sentative Zustandsbeschreibung ableiten". FĂŒr 2024 wurden insgesamt 18.276 VorfĂ€lle dokumentiert, eine Steigerung um 32 Prozent im Vergleich zu 2023, wobei auch eine Dunkelziffer zu berĂŒcksichtigen ist. Nach GCSP-Angaben haben die TĂ€ter in 75 Prozent der gemeldeten FĂ€lle einen Migrationshintergrund, ein Jahr zuvor waren es 73 Prozent. 2.905-mal wurden laut Lagebild Messer oder Werkzeuge eingesetzt oder mitgetragen - eine Steigerung um knapp elf Prozent. Drogenkonsum wurde in 1.389 FĂ€llen gemeldet, eine Zunahme um 45 Prozent. Sicherheitspersonal, andere BeschĂ€ftigte und Besucher wurden 235-mal verletzt (plus 25 Prozent), die Zahl der Bombendrohungen stieg auf 46 und die der Geldautomaten-Sprengungen auf elf (jeweils um etwa 50 Prozent). Weitere Kategorien ohne Angabe von Zu- oder Abnahme sind Vandalismus (945 FĂ€lle), (Jugend-)banden (611), Bedrohung von Besuchern (458) sowie sexuelle BelĂ€stigung/Vergewaltigung (105). Die zunehmenden Probleme haben auch Auswirkungen auf SicherheitsmaĂnahmen in den Shopping-Centern. So sind nach Angaben des GCSP die Kosten um etwa 21 Prozent auf 41 Millionen Euro gestiegen, inklusive Tariferhöhung. GCSP-GeneralsekretĂ€r Behrens sagte, im VerhĂ€ltnis zu den tĂ€glich Millionen Besuchern in Shopping-Centern und Handelsimmobilien sei die Anzahl der VorfĂ€lle als sehr gering einzustufen. "Demnach ist die Wahrscheinlichkeit höher, im Lotto Millionen zu gewinnen, als Opfer einer Messerattacke zu werden. Aber jede einzelne Tat ist zu viel und verunsichert die Menschen." Viele dĂŒrfte ein unbestimmtes AngstgefĂŒhl begleiten, so Behrens. Das gelte auch fĂŒr die Belegschaft. Behrens nahm Bezug auf die von Kanzler Friedrich Merz (CDU) ausgelöste "Stadtbild"-Debatte. "Die Erfahrungen in und im Umfeld unserer Shopping-Center gehören zur notwendigen Diskussion ĂŒber das Stadtbild unbedingt dazu. Wir mĂŒssen diese Entwicklung einfach benennen, damit sich etwas Ă€ndert."


