Parkinson, Pestizide

Parkinson durch Pestizide: Tausende VerdachtsfĂ€lle in ÜberprĂŒfung

13.01.2025 - 01:00:00

Sind Tausende Landwirte und GĂ€rtner in Deutschland an Parkinson erkrankt, weil sie beruflich mit Pestiziden in Kontakt gekommen sind? Laut "Neuer OsnabrĂŒcker Zeitung" (Montagausgabe) wird in gut 8.300 FĂ€llen eine Anerkennung als Berufskrankheit geprĂŒft.

Eine Sprecherin der zustĂ€ndigen Sozialversicherung fĂŒr Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) erklĂ€rte dem Blatt, bislang sei noch keine Anerkennung ausgesprochen worden. "Aufgrund der hohen Anzahl zu ĂŒberprĂŒfender VerdachtsfĂ€lle gehen wir davon aus, dass die Bearbeitung noch lĂ€ngere Zeit in Anspruch nimmt." Hintergrund der ÜberprĂŒfungswelle ist eine im MĂ€rz 2024 veröffentlichte Empfehlung des Ärztlichen SachverstĂ€ndigenbeirats des Bundesarbeitsministeriums. Das Expertengremium war nach mehrjĂ€hriger PrĂŒfung zu dem Ergebnis gekommen, dass der Umgang mit gewissen chemischen Pflanzenschutzmitteln Parkinson auslösen kann.

Deswegen sprachen sich die Fachleute fĂŒr eine Anerkennung als Berufskrankheit aus. Die Anerkennung bedeutet, dass Betroffene Anspruch auf Leistungen ihrer UnfallversicherungstrĂ€ger haben, etwa Renten. Die Aufnahme in den entsprechenden Katalog ist indes noch nicht erfolgt, wie ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums der NOZ unter Verweis auf noch laufende Abstimmungsprozesse bestĂ€tigte. FĂŒr Betroffene habe dies aber keine Auswirkungen: In der Zwischenzeit sei eine Anerkennung als sogenannte Wie-Berufskrankheit möglich, die mit identischen AnsprĂŒchen verbunden ist. Bis zu der Entscheidung im vergangenen Jahr hatten Parkinson-Patienten, die ihre Erkrankung auf beruflichen Pestizid-Einsatz zurĂŒckfĂŒhren, kaum Chancen auf Anerkennung. 60 entsprechende Verdachtsanzeigen waren in den zurĂŒckliegenden Jahren laut NOZ bei der SVLFG eingegangen, aber alle negativ beschieden worden. Die Versicherung hatte von sich aus nach eigenen Angaben 7.900 Versicherte angeschrieben, die in den vergangenen Jahren aufgrund einer Parkinson-Erkrankung behandelt worden waren. Weitere 400 Verdachtsanzeigen kamen durch Ärzte, Arbeitnehmer oder Unternehmer noch hinzu.

@ dts-nachrichtenagentur.de