Mehr Straftaten gegen Frauen und MĂ€dchen in allen Bereichen
19.11.2024 - 09:11:57Der Anteil an weiblichen Opfern, die im Zusammenhang mit partnerschaftlichen Beziehungen Opfer von Tötungsdelikten wurden, liegt bei 80,6 Prozent. Insgesamt wurden 360 MĂ€dchen und Frauen Opfer vollendeter Taten. Demnach gab es 2023 beinahe jeden Tag einen Femizid in Deutschland. Im Berichtsjahr 2023 wurden derweil 52.330 Frauen und MĂ€dchen Opfer von Sexualstraftaten (2022: 49.284 Opfer, +6,2 Prozent), hiervon war ĂŒber die HĂ€lfte unter 18 Jahre alt. Auch die Delikte im Bereich der digitalen Gewalt legten zu: Ăber 17.193 Frauen und MĂ€dchen wurden im vergangenen Jahr Opfer digitaler Gewalt, zum Beispiel von "Cyberstalking" oder anderen Delikten, die beispielsweise mittels Nutzung von sozialen Medien begangen werden. Hier ist mit 25 Prozent ein deutlicher Anstieg der weiblichen Opferzahlen im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen (2022: 13.749 weibliche Opfer). Mit 70,5 Prozent ist zudem die weit ĂŒberwiegende Zahl der Opfer hĂ€uslicher Gewalt weiblich. Im Berichtsjahr stieg die Zahl der weiblichen Opfer um 5,6 Prozent auf 180.715 an (2022: 171.076). Die hĂ€usliche Gewalt gliedert sich in Partnerschaftsgewalt und innerfamiliĂ€re Gewalt. Bei Partnerschaftsgewalt sind mit 79,2 Prozent mehr weibliche Opfer betroffen als bei innerfamiliĂ€rer Gewalt (54,0 Prozent Frauen und MĂ€dchen). Auch beim Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, ZuhĂ€lterei und das Veranlassen zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution oder zu sexuellen Handlungen, durch die eine Person ausgebeutet wird, steigen die Zahlen weiter an. 591 Frauen und MĂ€dchen fielen diesen Delikten zum Opfer, dies ist ein Anstieg von 6,9 Prozent zum Vorjahr (2022: 553). Frauen und MĂ€dchen unter 21 Jahren machen mit 31,5 Prozent beinahe ein Drittel der weiblichen Opfer aus. Hoch ist der Anstieg bei frauenfeindlichen Straftaten als Teil der politisch motivierten KriminalitĂ€t: Mit 322 Straftaten im Berichtsjahr 2023 wird ein Anstieg um 56,3 Prozent zum Vorjahr verzeichnet (2022: 206). Die ĂŒberwiegende Zahl der Opfer und TatverdĂ€chtigen ist deutscher Staatsangehörigkeit. Lediglich in der Fallgruppe Menschenhandel ist der Anteil an nichtdeutschen Staatsangehörigen bei Opfern sowie TatverdĂ€chtigen höher. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) forderte als Reaktion auf die Zahlen "mehr HĂ€rte gegen die TĂ€ter und mehr Aufmerksamkeit und Hilfe fĂŒr die Opfer". Neben harten Strafen brauche man verpflichtende Anti-Gewalt-Trainings und elektronische FuĂfesseln, damit die TĂ€ter ihr Verhalten tatsĂ€chlich Ă€ndern und sich betroffenen Frauen nicht mehr unbemerkt nĂ€hern könnten.


