Ukrainer, Deutschland

Ukrainer in Deutschland sollen sich per App beim MilitÀr melden

28.06.2024 - 21:00:13

Ukrainische MĂ€nner im Wehralter sollen sich bei einer neuen App mit dem Namen "Reserve+" registrieren.

Sonst verweigern ihnen Botschaften weiterhin neue Dokumente und andere Leistungen. "MĂ€nner im Alter von 18 bis 60 Jahren können konsularische Leistungen nur dann in Anspruch nehmen, wenn sie ĂŒber ein elektronisches MilitĂ€rregisterdokument verfĂŒgen", sagte eine Sprecherin der Ukrainischen Botschaft Berlin dem ARD-Hauptstadtstudio. Seit dem 18. Juni 2024 gebe es das neue Online-Verfahren.

Auch das Bundesinnenministerium bestĂ€tigt die neue Regelung. Im App-Store Google Play hat die Anwendung in den ersten Tagen bereits mehr als eine Million Downloads. In der App sollen die MĂ€nner laut einem Informationsportal des ukrainischen Verteidigungsministeriums unter anderem Angaben machen ĂŒber ihre Fitness und Eignung zum MilitĂ€rdienst, ihre letzte Musterung sowie zu militĂ€rischen Kenntnissen. Änderungen, etwa beim Wohnort, mĂŒssen sie spĂ€testens nach sieben Tagen aktualisieren. Unklar ist, ob die Ukraine die DatensĂ€tze nutzt, um geeignete Wehrpflichtige anzusprechen oder eine RĂŒckkehr zu verlangen. Das ukrainische Verteidigungsministerium schreibt: "Laut Gesetz gibt es keine elektronische Vorladung." Ein Einberufungsbescheid könne also zumindest nicht ĂŒber die App versendet werden. Seit Langem versucht die Ukraine, den Druck auf MĂ€nner im Wehralter, die im Ausland leben, zu erhöhen. In Deutschland sind das nach Angaben des Statistischen Bundesamts etwa 220.000. Sie erhielten seit April von den Botschaften keine neuen Dokumente mehr. In den vergangenen Wochen wurden sie aufgefordert, zurĂŒck in die Ukraine zu reisen, um sich dort beim MilitĂ€r zu registrieren - erst dann gebe es neue Papiere. Diese Regelung Ă€ndert das Land nun offenbar ab, um schneller an aktuelle Daten und Kontakte ukrainischer StaatsbĂŒrger zu kommen. In den vergangenen Monaten hatten sich auch deutsche Innenbehörden mit den Auslandsukrainern ohne Pass beschĂ€ftigt, da diese vermehrt AntrĂ€ge auf deutsche Ersatzpapiere gestellt hatten. Nach mehreren Treffen zwischen LĂ€ndern und Bundesinnenministerium erklĂ€rten sie, dass in der Regel keine deutschen Ersatzpapiere ausgestellt wĂŒrden. Die Regelungen der Ukraine seien "zumutbar", begrĂŒnden dies mehrere Innenbehörden auf Anfrage des ARD-Hauptstadtstudios.

@ dts-nachrichtenagentur.de