Ăkonom schlĂ€gt freie Arztwahl gegen Aufpreis vor
21.10.2024 - 05:00:00Pro Kopf stiegen die Ausgaben "seit ĂŒber zwei Dekaden jedes Jahr um einen Prozentpunkt stĂ€rker als die beitragspflichtigen Einkommen", so Pimpertz in dem Papier der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Konkret schlĂ€gt der Forscher vor, dass die Kassen ihren Versicherten gĂŒnstigere Tarife anbieten, die zum Besuch bestimmter Haus- und FachĂ€rzte verpflichten. Die freie Arztwahl gĂ€be es dann nur noch gegen Aufpreis. Zugleich will es Pimpertz den Kassen erlauben, mit jenen niedergelassenen Ărzten, die durch dieses System bevorzugt Patienten zugefĂŒhrt bekommen, individuelle VertrĂ€ge abzuschlieĂen. Durch die höhere Planbarkeit könnten sie ihre Arztpraxen effizienter gestalten und somit gĂŒnstigere Tarife anbieten, ist der Forscher ĂŒberzeugt. UnterstĂŒtzung erhĂ€lt Pimpertz vom zweiten Autor des Impulspapiers. Im derzeitigen System fĂ€nden sehr viele unnötige Patienten-Arzt-Kontakte statt, ein Grund dafĂŒr sei das "Ărzte-Hopping" mancher Patienten, kritisiert Josef Hecken, der den Gemeinsamen Bundesausschuss des deutschen Gesundheitswesens leitet. Der Ausschuss legt den Leistungsanspruch der gesetzlich Versicherten fest. Hecken verweist darauf, dass das sogenannte "Hausarzt-Modell", bei dem Patienten stets zunĂ€chst ihren Hausarzt konsultieren, der bei Bedarf an FachĂ€rzte ĂŒberweist, in Baden-WĂŒrttemberg die Zahl der unkoordinierten Facharztkontakte um 45 Prozent gesenkt habe. Hecken plĂ€diert deshalb dafĂŒr, die hausarztzentrierte Versorgung noch stĂ€rker in den Fokus zu rĂŒcken und zum zwingenden Bestandteil der Regelversorgung zu machen. Der frĂŒhere Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) lobt die Ideen: "Gerade wer den solidarischen Charakter unseres Gesundheitswesens erhalten will", mĂŒsse angesichts des demografischen Wandels beherzt nach Möglichkeiten suchen, den Einsatz von Personal und finanziellen Mitteln stetig wirksamer zu gestalten, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung dem "Tagesspiegel".


